Verfassungsschutz

Scientology-Organisation

Der Verfassungsschutz informiert über die Angriffsziele von Scientology. Er legt die Methodik und pervertierte Technik der Organisation offen. Die Scientology-Organisation steht seit 1997 im Blickfeld des Verfassungsschutzes.

Das Oberverwaltungsgericht Münster hat im Februar 2008 die Beobachtung der 'Scientology Kirche Deutschland e.V.' (SKD) und der 'Scientology Kirche Berlin e.V.' (SKB) durch den Verfassungsschutz für rechtmäßig erachtet. Es hat die Bewertung der Verfassungsschutzbehörden bestätigt, dass die Lehre von Scientology die Einschränkung wesentlicher Grund- und Menschenrechte beinhaltet. Dies betrifft nicht nur die Individualgrundrechte der Menschenwürde, der freien Entfaltung der Persönlichkeit und der Gleichbehandlung. Scientology strebt darüber hinaus eine Gesellschaft ohne allgemeine und gleiche Wahlen an.

Ziele der Scientology Organisation

Die Scientology Organisation verfügt über Strukturen mit totalitärem Anspruch und menschenverachtenden Tendenzen. Dieses erkennt man insbesondere daran, dass

  1. Scientology die Führung der Gesellschaft anstrebt
  2. Scientology die Infiltration von Staat und Wirtschaft verfolgt
  3. Scientology über ganze Staaten und letztendlich über den ganzen Planeten die Regierungsgewalt ausüben möchte.

Daher sind die Hauptangriffsziele der Scientology-Organisation:

Politik, Gesellschaft und Wirtschaft.

Neben- und Tarnorganisationen

Während uns Scientology in verschiedenen Städten offen mit Niederlassungen wie etwa einer sogenannten "Org" oder einem "Celebrity Center" begegnet, gibt es zahlreiche Neben- und Tarnorganisationen, die sich häufig an Kinder und Jugendliche wenden.

So die Bewegung 'Jugend für Menschenrechte' mit Sitz in München, oder aber die Organisationen 'APPLIED SCHOLASTICS' (Nachhilfe) und ZIEL ('Zentrum für individuelles und effektives Lernen').

Darüber hinaus bemüht sich Scientology im gesellschaftlichen Bereich mit weiteren unter dem Dachverband ABLE ('Association for better living and education') zusammengefassten Einrichtungen und Tarnorganisationen um eine positive Selbstdarstellung als humanitäre, karitative und sozial verantwortliche Organisation, beispielsweise mit den Vereinen 'Narconon' (Drogenarbeit) und 'Criminon' (Kriminalitätsbekämpfung).

Eine weitere Scientology-Tarnorganisation ist die 'Kommission für Verstöße der Psychiatrie gegen Menschenrechte' (KVPM). Diese propagiert offiziell, Missstände in der Psychiatrie aufdecken zu wollen. Festzustellen ist aber, dass die Organisation mittels hetzerischer Kampagnen Teile der scientologischen Ideologie in der Gesellschaft platzieren will.

Eine der bekanntesten Einrichtungen, mit der die Scientology Organisation ihre Ziele umzusetzen versucht, ist das 'Office of special affairs' (OSA), der sogenannte Geheimdienst der Scientology Organisation. Hauptbestandteil der Tätigkeit dieser Nebenorganisation ist die Sammlung und Auswertung von Informationen insbesondere über Kritiker, um diese mit öffentlichen Diffamierungskampagnen zu überziehen und somit mundtot zu machen. Durch das dem Office of special affairs zuzurechnende 'Deutsche Büro für Menschenrechte' in München verbreitete Publikationen sollen zudem das Ansehen der Bundesrepublik Deutschland und einiger ihrer Repräsentanten herabwürdigen und durch diverse Verlautbarungen eine religiöse Verfolgung von Scientologen in Deutschland konstruieren.

Bei der 'Sea Org' handelt es sich laut Aussteigerberichten um eine angebliche Kaderschmiede der Scientology in den USA. Aus ihr heraus werden ein Großteil aller Führungspositionen innerhalb der Scientology-Organisation besetzt. Sea-Org-Mitglieder lassen sich auf Fotos gerne in Marineuniformen ablichten.

Angriffsziel Wirtschaft

Auch Scientology ist bewusst, dass zur Erlangung der Weltherrschaft die Unterwanderung der Wirtschaft ein zwangsläufiger Schritt ist.

Die Scientology-Organisation betreibt aus diesem Grunde den scientologischen Wirtschaftsverband WISE ('World Institute of Scientology Enterprises'). Alle Lizenznehmer verpflichten sich, die Scientology-Technologie anzuwenden und zu verbreiten.

Die Unternehmen entstammen dem Mittelstand und Kleingewerbe (insbesondere Managementschulungen, Unternehmensberatungen, Immobilienfirmen).

Unterwanderungsversuche geschehen in der Regel nicht offen, sondern vielmehr subtil. In bereits scientologisch ausgerichteten Betrieben werden oftmals Unterstellungsverhältnisse für Anwerbungsversuche ausgenutzt, Auszubildende können hierbei besonders leicht unter Druck gesetzt werden.

Pervertierte Technik: Dianetik und Auditing

L. Ron Hubbard entwickelte "Dianetik" als Methode, "ungenutztes geistiges Potential und wahre Fähigkeiten" freizusetzen.

Hubbard begreift dabei den menschlichen Verstand als eine Art Datenbank, in der schmerzliche oder negative Wahrnehmungen, sogenannte Engramme gespeichert sind, die Problemlösungen behindern und für das Entstehen psychischer Störungen verantwortlich sind. Ziel der Dianetik ist es, diese Engramme zu löschen. Am Ende des schrittweisen Befreiungsprozesses soll ein Mensch mit übernatürlichen Qualitäten stehen, frei von körperlichen und seelischen Beeinträchtigungen, der sogenannte "Clear".

Hat jemand in diversen oftmals auch teuren Kursen die Stufe "Clear" erreicht, bietet Scientology – immer auf Kommerz ausgerichtet – die Möglichkeit, im Rahmen seines Kurssystems weitere sogenannte OT Stufen zu belegen (OT für Operierender Thetan. In der Ideologie von Scientology werden die angeblichen Grundbestandteile des Menschen – Körper und Verstand – um einen sogenannten Thetan ergänzt. Der Thetan ist eine das eigene Ich darstellende Geistesseele mit übersinnlichen Kräften.)

Damit erziele man laut Scientology den Zustand völliger geistiger Freiheit.

Mit Hilfe des Auditings sollen die oben genannten Engramme der Kursteilnehmer "gelöscht" werden. Das Auditing wird derart durchgeführt, dass der Teilnehmer die als Dosen geformten Enden des sogenannten "Elektrometers" (E-Meters) in die Hände nehmen muss. Bei diesem E-Meter handelt es sich um einen primitiven Lügendetektor, der den Hautwiderstand misst.

Wie schützt man sich vor Scientology?

Der beste Schutz besteht natürlich darin, sich überhaupt nicht erst mit Scientology einzulassen. Dieses Verhalten kennt die Scientology Organisation und versucht daher, mit Tarnorganisationen zum Teil auf sehr subtile Weise, Menschen in ihren Bann zu ziehen. Zu Ihrem Schutz prüfen Sie daher genau, mit welcher Organisation Sie sich einlassen. Oftmals lassen sich durch genaues Hinsehen bei Inhalten und Programmen beispielweise von Nachhilfeorganisationen, vermeintlich karitativen Institutionen und Vereinen oder deren Internetauftritten Feststellungen treffen, ob Scientology dahinter steckt. Achten Sie daher, wenn Sie sich nicht sicher sind, gezielt auf Symbole sowie Wortmarken und hinterfragen Sie deren Bedeutung.

Auch für Wirtschaftsunternehmen empfiehlt es sich, gerade in Bezug auf Geschäftspartner sehr intensiv zu prüfen, mit wem man sich einlässt, da ein Bekanntwerden der Verbindung zur Scientology Organisation sehr häufig mit hohen Reputationsschäden verbunden ist und schlimmstenfalls zur Insolvenz führen kann.

Immer mehr Firmen gehen dazu über, nach fachanwaltschaftlicher Beratung ab einer gewissen Hierarchieebene von leitenden Angestellten eine Abstandserklärung unterzeichnen zu lassen.

Haben Sie Fragen?

Gerne stehen wir Ihnen – insbesondere wenn es um Sicherheitsaspekte geht – als Ministerium für Inneres und Kommunales des Landes Nordrhein-Westfalen zur Verfügung, ansonsten aber auch das vom Land Nordrhein-Westfalen geförderte

Sekten-Info NRW e.V.
Rottstr. 24
45127 Essen

Tel. 0201 234646
Fax 0201 207617
kontakt(at)sekten-info-nrw.de
www.sekten-info-nrw.de

sowie das "Informations- und Dokumentationszentrum Sekten / Psychokulte" bei der Arbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendschutz (AJS) Landesstelle Nordrhein-Westfalen e.V.

www.ajs.nrw.de