Verfassungsschutz

Neonazis

Der Neonazismus stellt sich in die ideologische Tradition des historischen Nationalsozialismus. Seit Mitte der 2000er Jahre ist innerhalb der neonazistischen Szene das Phänomen der Autonomen Nationalisten zu beobachten. Diese orientieren sich bezüglich Habitus und Kleidung an der Autonomen Antifa. Zudem versuchen die Autonomen Nationalisten die Themenfelder des politischen Gegners wie Antikapitalismus oder Antiglobalisierung für ihre eigene Propaganda zu vereinnahmen. Diese Modernisierung fand jedoch unter Beibehaltung der neonazistischen Ideologie statt.

Gründung/Bestehen seit

1970er Jahre

Mitgliederzahl

Circa 650

Grund der Beobachtung / Verfassungsfeindlichkeit

Die Neonazi-Szene ist durch ein offenes Bekenntnis zum Nationalsozialismus sowie durch ihre Gewaltbereitschaft gekennzeichnet. Neonazis verfolgen die Errichtung eines „Vierten Reiches", basierend auf den programmatischen Forderungen der NSDAP von 1920. Ideologische Grundlage ist ein rassenbiologisch geprägtes, völkisches Menschenbild und die Vorstellung einer antipluralistischen Gesellschaft sowie eines autoritären Staates. Vermeintlich Fremde und auch politische Gegner werden als Feinde dargestellt und ihnen wird ein geringeres beziehungsweise gar kein Existenzrecht zuerkannt. Damit wird Gewalt gegen „Fremde" beziehungsweise „Feinde" legitimiert.

Die Namen und Bezeichnungen von Organisationen, Bestrebungen und Tätigkeiten, bei denen zumindest gewichtige Anhaltspunkte für den Verdacht für die in § 3 Abs. 1 VSG NRW beschriebenen Merkmale vorliegen, sind zwischen den Zeichen » und « eingefasst.
Autonome Nationalisten

Autonome Nationalisten

Seit einigen Jahren treten im neonazistischen Spektrum die sogenannten Autonomen Nationalisten in Erscheinung. Jugendorientierung und Gewaltbereitschaft sind die zwei Hauptmerkmale.

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Was ist ...?

FührerprinzipFührerprinzipDas Führerprinzip war zentrale Grundlage der nationalsozialistischen Bewegung. Die Bindung jeglicher Entscheidungsgewalt an eine Person ist mit einer demokratischen Willensbildung nicht vereinbar. Rechtsextremistische Gruppierungen, insbesondere Neonazis, streben dieses autoritäre Leitungsbild an. Mit der freiheitlichen demokratischen Grundordnung ist eine solche Herrschaftsform unvereinbar.
Kameradschaft
KameradschaftEine neonazistische Kameradschaft ist ein Personenzusammenschluss von Rechtsextremisten, der sich, meist unter Anleitung eines anerkannten "Führers", aus überwiegend politisch, nationalsozialistisch ausgerichteten Gründen regelmäßig trifft. Der Personenkreis ist in der Regel stabil, häufiger Wechsel der Teilnehmer wird, auch aus Sicherheitsgesichtspunkten, nach Möglichkeit vermieden. Je anerkannter der jeweilige "Führer" innerhalb der Neonazi-Szene ist, umso einflussreicher sind er und seine Gruppierung bei der inhaltlichen Beeinflussung der politischen Themen und Richtungen. Gemein ist allen Kameradschaften der Wunsch nach Wiederherstellung der gesellschaftlichen und politischen Verhältnisse, wie sie im Dritten Reich herrschten. Unabhängig von dieser Definition bezeichnen sich auch lose strukturierte Personengruppen der rechtsextremistischen Szene teilweise als Kameradschaften.
Nationalsozialismus
NationalsozialismusDer Begriff Nationalsozialismus bezeichnet sowohl die Ideologie der NSDAP als auch ihr Herrschaftssystem von 1939 bis 1945. Die nationalsozialistische Idee entstand nach dem Ersten Weltkrieg in Deutschland als antimodernistische Protestbewegung: gegen die parlamentarische Demokratie, gegen die moderne, pluralistisch geprägte Gesellschaft, gegen die Ideologie des politischen und wirtschaftlichen Liberalismus.
Rassismus
RassismusRassismus bezeichnet die Diskriminierung anderer Menschen aufgrund körperlicher Merkmale oder ethnischer Herkunft. Rassismus ist damit eine spezifische, biologisch-anthropologisch unterlegte Form von Fremdenfeindlichkeit.
VolksgemeinschaftVolksgemeinschaftDer Begriff ist ein zentrales Element der rechtsextremistischen Weltanschauung. Er steht für die Behauptung, dass ein Volk als soziale Einheit ohne Ansehen des Standes aufgrund blutsmäßiger Bande durch gemeinsame Geschichte zu einer Schicksalsgemeinschaft zusammengefügt wurde, der der Einzelne sich nicht entziehen kann.