Prävention gegen extremistischen Salafismus

Vorstellung eines Präventionsmoduls

Er ist professionell und perfide, der Propaganda-Apparat des sogenannten „Islamischen Staates“. Gerade Kinder und Jugendliche sind dafür empfänglich. Um sie zu schützen, haben das Ministerium des Innern NRW und das Ministerium für Schule und Bildung NRW Präventionsangebote zusammengestellt. Im Jungen Schauspiel Düsseldorf konnten sich Lehrerinnen und Lehrer informieren.

 

Ein Vater wirft sein glücklich lachendes Kleinkind in die Luft. Der Junge mit den großen blauen Augen sitzt im Einkaufswagen und beißt genüsslich in einen Schokoriegel. Der Vater nimmt ihn auf den Arm – auf dem Rücken ein Maschinengewehr. Darunter laufen in monotonem Gesang die grausamen Botschaften des Islamischen Staates: „Euer Ende nähert sich. Verkrüppelte Soldaten kehren in eure Heimat…Augen gehen verloren, Körper ohne Beine, wir wollen euer Blut…“

 

Mehr als 100 Lehrerinnen und Lehrer sehen sich mit erschütterten Gesichtern diese Szenen an. Es sind Ausschnitte aus Propagandavideos des sogenannten „Islamischen Staates“, die deutlich machen, auf welch perfide Weise versucht wird, Jugendliche mit ästhetischen Bildern und einer vorgespielten „heilen Welt“ von den Denkweisen des IS zu überzeugen. In einem Workshop mit Wissenschaftlern der Universität zu Köln können Schülerinnen und Schüler lernen, solche extremistischen Manipulationstechniken zu erkennen, um eine kritische Haltung zu entwickeln. Es ist eines von insgesamt zehn Präventionsangeboten zum Thema „extremistischer Salafismus“, die das Ministerium des Innern NRW und das Ministerium für Schule und Bildung NRW für Schulen und Jugendeinrichtungen zusammengestellt haben.

Die Angebote sind für Schulen und kommunale Jugendeinrichtungen kostenfrei


„Die Gefahr ist glasklar: Radikalisierung und Rekrutierung“, erklärt NRW-Innenminister Herbert Reul. „Um die Kinder und Jugendlichen davor zu schützen, müssen wir dahin kommen, wo die salafistischen Verführer auch hinwollen, in die Köpfe der jungen Menschen.“ Neben verschiedenen Workshops umfasst das Präventionsangebot auch Theaterstücke, einen Kinofilm, Broschüren und eine Lesung für den begleitenden Einsatz im Unterricht, in Projektwochen oder als Abendveranstaltung. Die Angebote sind für Schulen und kommunale Jugendeinrichtungen kostenfrei. Die externen Anbieter wie Theatergruppen und Universitäten setzen sich auf ganz unterschiedliche Weise mit dem Thema „extremistischer Salafismus“ auseinander. So können sich die Jugendlichen beispielsweise in einem Comicworkshop zeichnerisch dem Thema annähern oder sie werden beim Improvisationstheater unmittelbar in ein Klassenzimmerstück einbezogen. „Prävention ist wichtig, um alle Schüler frühzeitig zu erreichen“, sagt Julia Husmann, Lehrerin an der Gemeinschaftsschule Bochum-Mitte. „Ich glaube, dass man das den Kindern und Jugendlichen häufig gar nicht ansieht, wer in diese Richtung geht, man kann das nur vermuten oder vielleicht an bestimmten Äußerungen erkennen.“

 

Das Ministerium des Innern NRW und das Ministerium für Schule und Bildung NRW schnüren ein Paket aus Präventionsangeboten zum Thema „salafistischer Extremismus“ an Schulen und Jugendeinrichtungen nun bereits im zweiten Jahr. „Als Lehrer oder als Lehrerin hat man eine riesige Chance, auf junge Leute einzuwirken“, sagt NRW-Innenminister Herbert Reul, der selbst in der Vergangenheit als Lehrer gearbeitet hat. Deshalb freuen sich das Ministerium des Innern NRW und das Ministerium für Schule und Bildung NRW, dass sie mit ihren Präventionsangeboten auf so große Resonanz und hohe Nachfrage stoßen.

 

Übersicht Angebote 2018 (pdf)

FAQ

Wie kann ich ein Modul anfragen?

Anfragen sind für jedes Modul einzeln online direkt an das Ministerium des Innern des Landes Nordrhein-Westfalen zu richten.

Zur Terminanfrage

Wie geht es nach der Terminanfrage weiter?

Sie erhalten vom Ministerium des Innern des Landes Nordrhein-Westfalen eine Terminbestätigung per E-Mail. Damit ist der Termin verbindlich vereinbart. Dieser E-Mail liegt ein Feedback-Formular bei. Um die Angebote zum Thema weiter zu optimieren, ist der Besteller gebeten, im Laufe einer Woche nach der durchgeführten Veranstaltung das Formular ausgefüllt zurückzusenden. Das Vorliegen dieser Rückmeldung ist Voraussetzung für die Kostenübernahme.

Kann ich auch mehrere Module anfragen?

Ja! Bei einem Wunsch nach Buchung von mehreren Modulen (z.B. Lesungen an drei Terminen) ist jedoch für jeden Termin eine gesonderte Anfrage zu stellen.

Ich arbeite an einer Schule im ländlichen Raum. Kann ich trotzdem die Angebote nutzen?

Ja! Die Angebote richten sich an interessierte Lehrerinnen und Lehrer und andere pädagogische Fachkräfte aus ganz Nordrhein-Westfalen.

Kann ich mich auch direkt an die Anbieter wenden?

Nein, bitte wenden Sie sich nicht selbstständig an die Anbieter. Eingehende Anfragen werden vom Ministerium des Innern des Landes Nordrhein-Westfalen an den jeweiligen Modul-Anbieter weitergeleitet.

Gibt es Informationsmaterial zur Vorbereitung der Module?

Ja! Nach Terminbestätigung erhalten Sie bei den meisten der Angebote Unterrichts- und Informationsmaterialien zur Vorbereitung.

Ich habe besondere Anforderungen an die Angebote

Besteller, die im Einzelfall besondere Anforderungen an die Angebote haben, können mit dem Ministerium des Innern NRW -Referat Öffentlichkeitsarbeit Verfassungsschutz- Kontakt aufnehmen.

Kontakt zum Referat Öffentlichkeitsarbeit Verfassungsschutz

Kontakt: 0211 871 2821
E-Mail: info.verfassungsschutz(at)im1.nrw.de