NRW-Polizei erfolgreich im Kampf gegen Raubkopierer - Dichtes Netzwerk von sachvertändigen Ermittlern - Behrens: NRW-Konzept hat sich bewährt

Pressemitteilungen | 18.03.2004

Innenministerium NRW

Düsseldorf, 18.03.04

Ein erfolgreicher Schlag gegen Raubkopierer ist nordrhein-westfälischen Ermittlern gelungen. Bei bundesweiten Durchsuchungsaktionen der Staatsanwaltschaft Köln, unterstützt vom Bundeskriminalamt, gingen den Fahnder Mitglieder des Internetforums „Liquid FXP“ ins Netz. Dabei beschlagnahmten sie umfangreiches Beweismaterial. In NRW wurden dafür besonders ausgebildete Computerexperten der Polizei eingesetzt. „Der Erfolg gibt uns Recht: Mit unseren PC-Spezialisten haben wir die Schlagkraft ge-gen die Computerkriminalität erhöht“, betonte Innenminister Dr. Fritz Behrens heute in Düsseldorf.

Der NRW- Innenminister lobte die gute Zusammenarbeit zwischen Polizei, Staatan-waltschaft, Landeskriminalamt und der Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen (GVU). Die Ermittlungen waren auf Initiative der Polizei des Rhein-Erft-Kreises ins Rollen gekommen. Im vorliegenden Fall hatten sich Video- und DVD-Piraten weltweit in Server gehackt und im Internet eine illegale Tauschbörse für Raubkopien von aktueller Software, Spielen, Filmen und Musik eingerichtet.

Das NRW-Konzept setzt im Kampf gegen Computerkriminalität auf spezialisierte Ermittler. In jeder Polizeibehörde sichern die Experten Daten und Datenträger oder verfolgen IP-Adressen (Anschlusskennungen) zurück. Das notwendige IT-Fachwissen ist unmittelbar in der kriminalpolizeilichen Sachbearbeitung verankert. „Kriminalisten und Computerfachleute arbeiten eng zusammen, um gezielt gegen diese Art von Straftätern vorzugehen“, erklärte Behrens.

Zusätzlich gibt es in den Kommissariaten der sechs Großpräsidien in Dortmund, Bielefeld, Düsseldorf, Essen, Köln und Münster „Dezentrale Informations- und Servicecenter Computerkriminalität“ (DISC). Sie beraten und unterstützen die einzelnen Ermitt-lungsstellen und tauschen Informationen zwischen ihnen aus.

Landesweite Koordinierungsstelle ist das „Zentrale Informations- und Servicecenter“ (ZISC) beim Landeskriminalamt in Düsseldorf. Hier werden u.a. spezielle polizeiliche Lagebilder zur PC-Kriminalität erstellt, rechtliche, technische und kriminalistische Probleme analysiert sowie Kontakte zur Bundesebene hergestellt. „Durch die Neuor-ganisation haben wir ein dichtes Netzwerk von sachverständigen Ermittlern“, betonte Behrens.

Die polizeilichen Experten werden mit moderner Hardware ausgestattet, die regelmäßig an den neuesten technischen Stand angepasst wird. Dadurch ist die Polizei den Tätern technisch ebenbürtig. Beim Bildungszentrum der Polizei in Neuss bilden sich die Beamten in umfangreichen Fortbildungsprogrammen optimal weiter. „So können wir es mit den Straftätern am Computer und im Netz aufnehmen“, erklärte Behrens abschließend.

 

 

 

Stichwort Computerkriminalität:

Computerkriminalität umfasst verschiedene Delikte wie das Ausspähen von Daten, Computerbetrug, Datenveränderung, Computersabotage, private und gewerbsmäßige Softwarepiraterie und Betrug mit Zugangsberechtigungen zu Kommunikationsdiens-ten. Im Jahr 2003 hat die nordrhein-westfälische Polizei

in 14 098 Fällen von Computerkriminalität ermittelt.

 

 

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