Kühler Kopf auf heißen Öfen: Motorradfahrer im Straßenverkehr besonders gefährdet - NRW-Innenminister Behrens: Jedes Unfallopfer ist eines zu viel

Pressemitteilungen | 08.04.2004

Innenministerium NRW

Düsseldorf, 08.04.2004

Das Innenministerium teilt mit:

Frühlingszeit – Motorradzeit: Die kommenden Osterfeiertage nutzen viele Biker, um auf dem Zweirad die Freiheit der Straße zu genießen. Für manche endet der harmlose Ausritt jedoch in einem Verkehrsunfall. Nach Erfahrungen der Polizei in NRW geschehen in den Monaten April bis September im Straßenverkehr bis zu 50% mehr Unfälle als in den Wintermonaten. NRW-Innenminister Dr. Fritz Behrens warnte heute in Düsseldorf: „Ein Verkehrsunfall kann gerade für Motorradfahrer fatale Folgen haben.“ Auf Grund ihrer Geschwindigkeit, aber eines vergleichsweise geringen Schutzes seien sie besonders gefährdet. Behrens stellte klar: „Jedes Opfer eines Verkehrsunfalls ist eines zu viel.“ Jeder Biker sollte stets auch die versicherungsrechtlichen Konsequenzen vor Augen haben: Das Oberlandesgericht Köln (MDR 5/95) hat entschieden, dass ein Motorradfahrer als Temposünder auch dann eine Teilschuld zuerkannt bekommt, wenn der Unfall durch den schwerwiegenden Verkehrsverstoß eines anderen verursacht wurde.

Der Innenminister verwies darauf, wie wichtig die richtige Ausrüstung für die Sicherheit von Motorradfahrern ist: „Bei Helm, Kombi, Handschuhen und Stiefeln sollte man im Interesse des eigenen Schutzes nicht sparen.“ Darüber hinaus gelte es besonders nach längerer Fahrabstinenz Vorsicht im Straßenverkehr walten zu lassen. „Motorradfahrer sollten auf ihren heißen Öfen einen kühlen Kopf bewahren“, so Behrens. „Auch die Autofahrer müssen sich nach dem Winter erst wieder an die Zweiräder gewöhnen.“

Obwohl die Zahl der Getöteten und Verletzten bei Verkehrsunfällen in Nordrhein-Westfalen 2003 insgesamt ein Rekordtief erreichte, stieg die der verunglückten Motorradfahrer deutlich an: Mit 5.891 Verunglückten lag die Quote im vergangenen Jahr um 5,3 % höher als noch 2002. 147 Motorradfahrer starben 2003 in Nordrhein-Westfalen nach Verkehrsunfällen – damit ist jeder sechste Unfalltote ein Motorradfahrer. 2003 verunglückte alle 40 Minuten ein Kradfahrer. „Vor allem unerfahrene Fahrer überschätzen sich oft oder sind unaufmerksam“, so der Innenminister. Er unterstrich: „Die Polizei arbeitet intensiv daran, dass Unfälle gar nicht erst passieren – zum Beispiel durch gezielte Geschwindigkeitskontrollen auf der einen und Verkehrssicherheitsberatungen auf der anderen Seite.“ Behrens empfahl allen Motorradfahrerinnen und Motorradfahrern zusätzliches Fahrsicherheitstraining, um ihr Fahrkönnen zu verbessern.

 

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