Kampfmittelräumdienst entschärfte 1.176 Bomben - Insgesamt mehr Munition gefunden und beseitigt als im Vorjahr - Innenminister Behrens: Hände weg von Zufallsfunden

Pressemitteilungen | 12.08.2003

Innenministerium NRW

Düsseldorf, 12.08.2003

Das Innenministerium teilt mit:

Der Kampfmittelräumdienst des Landes und private Firmen haben im Jahr 2002 1.176 Bomben in Nordrhein-Westfalen entschärft und entfernt. Darunter befanden sich 273 mit einem Gewicht von über

50 Kilo und damit besonders großer Sprengkraft. Innenminister Dr. Fritz Behrens gab diese Zahlen heute in Düsseldorf bekannt.

"Erfreulich ist, dass es im vergangenen Jahr keinen einzigen Unfall mit Fundmunition gab, weder beim Staatlichen Räumdienst und den Vertragsfirmen noch bei Menschen, die zufällig mit solchen Bomben in Berührung gekommen sind", erklärte Behrens. Gleichzeitig warnte er aber vor der alten Munition: "Schlechter Zustand und Rost sind keine Beweise für Ungefährlichkeit. Deshalb: Hände weg von Munitionsfunden! Der Umgang damit ist nur etwas für speziell geschulte Fachkräfte." Behrens appellierte dringend, bei verdächtigen Funden umgehend Polizei und Ordnungskräfte zu informieren.

 

2.276 Granaten, Bomben oder andere Sprengmittel wurden zufällig entdeckt, also vier Prozent mehr als im Vorjahr (2.191). Insgesamt räumten die Behörde und private Firmen 77 596 Kampfmittel (40.160), darunter 66.654 Granaten und Handgranaten (36 866),

150 Minen (68) und 9.616 (1.957) andere Sprengmittel. "Diese Zahlen machen deutlich, dass auch fast 60 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkrieges ein gut funktionierender Kampfmittelräumdienst unverzichtbar ist", betonte der Minister. Behrens dankte ausdrücklich den Mitarbeitern der Staatlichen Kampfmittelräumdienste und der privaten Räumfirmen für ihren gefährlichen Einsatz.

Ein besonders wichtiges Instrument in der Kampfmittelräumung sind vor allem die Luftbilder aus der Zeit des Zweiten Weltkrieges. Diese Bilder werden vom Staatlichen Kampfmittelräumdienst bei den Regierungspräsidien des Landes ausgewertet und die so entdeckten Bomben dann zielgerichtet gesucht und entfernt. Auf diese Weise werden noch mehr gefahrenreiche Zufallsfunde durch Bürger und Baufirmen verhindert. Von den 273 geräumten großen Bomben wurden mehr als die Hälfte, nämlich 159 Bomben, mit Hilfe von Luftbildern ermittelt.

Bekannte Bombardierungsgebiete, für die solche Aufnahmen nicht vorlagen, untersuchte der Kampfmittelräumdienst direkt vor Ort. Durch diese zielgerichtete Suche fanden die Fachleute sechs Bomben, teilte Behrens mit. 87 der großen Bomben über 50 Kilo wurden zufällig entdeckt, meist bei Tiefbauarbeiten. "Deshalb ist es überaus wichtig, vor dem Beginn von Bauarbeiten den Boden zuvor vom Staatlichen Räumdienst untersuchen zu lassen", sagte Behrens.

 

Das Land zahlte im vergangenen Jahr rund

20 Millionen Euro, um Kampfmittel zu beseitigen. Davon erstattete der Bund 9,8 Millionen Euro für die Beseitigung der ehemals reichseigenen Munition zurück. An private Firmen vergab Nordrhein-Westfalen Aufträge in Höhe von 13,2 Millionen Euro. Darüber hinaus zahlten der Bund und ehemalige Bundesbetriebe 5,7 Millionen Euro, um Kampfmittel auf bundeseigenem Gelände in Nordrhein-Westfalen zu entfernen.

 

zurück