Elektronische Kriminalität ist das neue Massendelikt - NRW-Innenminister Behrens: Kriminalität hat ein neues Gesicht

Pressemitteilungen | 23.03.2004

Innenministerium NRW

Düsseldorf, 23.03.2004

Das Innenministerium teilt mit:

Die elektronische Kriminalität ist in Nordrhein-Westfalen auf dem Vormarsch. Die Polizei hat vermehrt mit Computerkriminalität – insbesondere dem illegalen Kopieren von CD und DVD aus dem Internet – und dem Betrug mit EC-Karten zu kämpfen. Neben dem Diebstahl hat sich die elektronische Kriminalität zum neuen Massendelikt entwickelt. Das ergibt der Zehn-Jahres-Bericht „Kriminalität im Fokus“ des Landeskriminalamtes NRW. „Die Kriminalität hat ein neues Gesicht. Wir haben es hier mit einem grundlegenden Strukturwandel zu tun“, erklärte Innenminister Dr. Fritz Behrens heute in Düsseldorf. „Die Ergebnisse beschränken sich nicht allein auf NRW, sondern spiegeln den bundesweiten Trend wieder.“

„Der Bericht ist weitaus mehr als ein Blick in den Rückspiegel“, sagte Behrens über die Analyse, die erstmals die Entwicklung der Kriminalität in NRW über einen längeren Zeitraum, von 1993 bis 2002, betrachtet. „Er ist auch ein Wegweiser dafür, welchen Aufgaben wir uns in Gegenwart und Zukunft stellen müssen.“

Behrens verdeutlichte: „Die Tatgelegenheiten sind heute ganz andere als noch vor zehn Jahren.“ Als Beispiel nannte er das illegale Kopieren und Brennen von Musik-CD. „Wer begeht denn noch Ladendiebstahl, wenn es auch so einfach geht? Der virtuelle Ladendiebstahl ist heute in Mode.“ Der Anteil von Diebstahlsdelikten an der Gesamtheit aller Straftaten hat in den vergangenen Jahren deutlich abgenommen. Er sank von 65% im Jahr 1993 auf 54% im Jahr 2002.

Dafür stehen heute andere Bereiche im Fokus von Polizei und LKA, die sich vor zwölf Jahren noch niemand vorstellen konnte. Das Ausmaß von Raubkopien aus dem Internet ist kaum zu berechnen, die Dunkelziffern sind immens. Daneben hat sich die Zahl von Betrugsfällen bei EC-Karten im vergangenen Jahr fast verdoppelt. Der Gesamtschaden betrug 2003 etwa 5 Millionen Euro. Der Innenminister unterstrich die laufenden Bemühungen von Landesregierung und Polizei: „Wir haben die Probleme erkannt und handeln. Ich bin zuversichtlich, dass wir auch diese Herausforderungen bestehen werden.“

Behrens verwies auf die Erfolge, die während der letzten Jahre erzielt wurden. Die Gesamtheit aller Straftaten stieg von 1993 bis 2002 zwar um 6,15%, allerdings auch weil das Dunkelfeld der Kriminalität zunehmend aufgehellt wurde. Im Gegenzug stieg die Aufklärungsquote in diesem Zeitraum von 42,5% auf 46,6%. Bei Kapitaldelikten liegt die Quote sogar bei bis zu 98%. Insbesondere mit Hilfe der DNA-Analyse wurden allein im Jahr 2003 1.134 Kapitalverbrechen wie Mord und Sexualdelikte aufgeklärt. Die aktuelle Kriminalitätsstatistik des Jahres 2003 bestätigt den allgemeinen Trend.

Weitere Informationen finden Sie im Internet unter:

www.lka.nrw.de

www.im.nrw.de/pe/pm2001/news_1106.htm

 

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