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NRW-Fahndungskonzept gegen mobile Einbrecher bundesweit Vorbild - Innenminister Jäger: Mehr Druck auf Serientäter durch vernetzte Polizeiarbeit

Pressemitteilungen, Polizei | 06.01.2016

Als ein besonderes Lob für das Fahndungskonzept der NRW-Polizei gegen professionelle Einbrecherbanden bewertete Innenminister Ralf Jäger die Empfehlung der Innenministerkonferenz an die Bundesländer, das NRW-Konzept zu nutzen. Im Landeskriminalamt in Düsseldorf stellten heute Fachleute des LKA und der Duisburger Polizei die Erfahrungen mit dem Konzept „Mobile Täter im Visier“ (MOTIV) vor. Seit dem Start im August 2013 haben die Experten des LKA 793 mobile Serieneinbrecher identifiziert. 504 davon waren oder sind in Haft. Aktuell befinden sich 442 verdächtige Intensivtäter im Visier der spezialisierten MOTIV-Fahnder in 16 Schwerpunktbehörden. „Die Kriminalisten werten die Täterprofile aus und sammeln in enger Abstimmung mit den Staatsanwaltschaften die nötigen Beweise, um die Einbrecher möglichst schnell hinter Schloss und Riegel zu bringen“, erklärte Jäger.

Immer mehr Einbrecher sind bandenmäßig organisiert, schlagen schnell zu und begehen in kurzer Zeit viele Taten in verschiedenen Städten. Anschließend verschwinden sie unerkannt über die Grenzen. „Durch vernetzte Zusammenarbeit haben wir den Druck auf diese mobilen Intensivtäter massiv erhöht. Voraussetzung für die jüngsten Fahndungserfolge ist die gebündelte und akribische Ermittlungs- und Beweisführung. Gerade wegen der gestiegenen Fallzahlen werden wir hier konsequent weiterarbeiten“, verdeutlichte Jäger.

Weil die mobilen Intensivtäter weder an Behörden- noch an Ländergrenzen halt machen, hat die NRW-Polizei ihre überregionalen Ermittlungen ausgebaut. „Vernetzte Zusammenarbeit macht uns schneller und effizienter“, bilanzierte der Innenminister. „Wir arbeiten eng mit der niederländischen Polizei zusammen. Seit einem Jahr ist ein niederländischer Spezialist beim LKA unser ständiger Ansprechpartner. Durch den koordinierten Datenaustausch wissen wir, dass 84 MOTIV-Täter, die wir im Visier haben, auch in den Niederlanden Straftaten begangen haben. In Belgien sind es 72.“

Hans-Josef Lemper, im Landeskriminalamt zuständig für die Auswerte- und Analyseeinheit, schilderte die wichtige Vorarbeit der Computerexperten: „Es ist uns gelungen, aus 90.000 aufgeklärten Eigentumsdelikten mit rund 50.000 ermittelten Tatverdächtigen diejenigen heraus zu filtern, die die meisten Einbrüche begangen haben.“ Der Schlüssel zum Erfolg besteht aus drei Zahlen: Wer in zwölf Monaten fünf und mehr Einbrüche in drei verschiedenen Polizeibezirken begeht, gilt als mobiler Intensivtäter. Sie herauszufinden verlangt im LKA akribische Detailarbeit in mehreren Datenbanken, bis die hochkomplexen Täterprofile zur weiteren Ermittlung an die 16 Schwerpunktbehörden übergeben werden können.

Eine von ihnen ist das Polizeipräsidium Duisburg. Dieter Kretzer, Chef der Duisburger Kripo, erläuterte am Beispiel einer vierköpfigen albanischen Tätergruppe, wie sein Ermittlungsteam unter anderem genetische Fingerabdrücke und Werkzeugspuren sicherte. Letztlich konnten die Duisburger Fahnder mit Hilfe einer richterlich angeordneten Telefonüberwachung eine erdrückende Beweislast sammeln. Nachdem die Staatsanwaltschaft Haftbefehle erwirkt hatte, wurden die Täter mit Unterstützung eines Spezialkommandos festgenommen. Die Bilanz der Beutezüge: 426.000 Euro Schaden bei 109 Wohnungseinbrüchen.

Innenminister Jäger zeigte sich zuversichtlich, dass künftig die mobilen Einbrecherbanden mehr Druck spüren, wenn die anderen Bundesländer ihre Ermittlungen nach ähnlichem Prinzip strukturieren: „Es ist der richtige Weg, um diesen Kriminellen die Härte des Rechtsstaats zu demonstrieren.“

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