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Wahhabiyya

Eine islamisch-puritanische Bewegung, die nach ihrem Gründer Muhammad ibn Abd al-Wahhab (st. 1792) benannt ist. Sie zeichnet sich durch einen strengen religiösen Purismus aus, der sich auf eine enge Schriftauslegung stützt (vgl. auch SalafiyyaSalafiyyaDie Entwicklung der Salafiyya ist in mehrere Phasen zu unterteilen. Die "klassische" Salafiyya entstand etwa im 13. Jahrhundert n. Chr.; ihr Anliegen war es, unter Rückbezug auf die Altvorderen - arabisch "salaf", daher die Bezeichnung Salafiyya - den "wahren Islam" neu zu beleben und sich gegen Missstände jener Zeit zu wenden. Auch die Wahhabiyya schloss später hieran an. Im 19. und zu Anfang des 20. Jahrhunderts traten liberale Vertreter der Salafiyya auf, die den Islam reformieren und die islamischen Gesellschaften in die Moderne führen wollten. Die liberalen Elemente gingen jedoch bald wieder verloren und radikal-islamische sowie gewaltbefürwortende Strömungen setzen sich durch. Die heutige Salafiyya zeichnet sich wie die Wahhabiyya durch einen strengen religiösen Purismus aus, der sich auf eine enge Schriftauslegung stützt. Darüber hinaus werden Muslime anderer Richtungen, z. B. Schiiten, als Ungläubige betrachtet und Gewalt als Mittel der Durchsetzung des eigenen Islamverständnisses gut geheißen. ). Ibn Abd al-Wahhab wurde beim arabischen Fürsten Muhammad ibn Saud aufgenommen, und es kam zu einer engen Verbindung der wahhabitischen Lehre mit dem Haus der Familie Saud, die seit Mitte des 18. Jahrhundert auf der Arabischen Halbinsel immer weiter expandierte. In Saudi-Arabien ist die Wahhabiya herrschende Doktrin, die seit den 1970er Jahren durch verschiedene saudische Stiftungen mit großem finanziellem Aufwand in der gesamten islamischen Welt stark gefördert wurde.