Geoinformationsmanagement

Geoinformationen sind Informationen zu Gegebenheiten unseres Landes, die entweder direkt (z. B. durch räumliche Koordinaten) oder indirekt (z. B. durch Adresse, Postleitzahlbezirk, administrative Einheit o. ä.) mit einer Position auf der Erde verbunden sind. Sie sind von grundlegender Bedeutung für die wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung eines modernen Staates, da über 80% aller Entscheidungen einen Raumbezug haben (z. B. bei Standort- und Investitionsentscheidungen). Darüber hinaus bieten sie ein enormes Wertschöpfungspotential und vielfältige Möglichkeiten zur Verwaltungsvereinfachung und
-modernisierung.

Die amtlichen Geodaten der Bundes-, Landes- und Kommunalverwaltungen müssen jedoch kompatibel sein, um ihren Nutzen für Verwaltung, Wirtschaft und Bürger voll entfalten zu können. Unterschiedliche (Datei)Formate, Aktualitätsgrade, Zugangsmöglichkeiten, Nutzungsbedingungen, Preise, IT-Strukturen etc. stehen dem vielfach noch im Wege.

Zum Abbau dieser Hindernisse gilt es daher im Rahmen des Geoinformationsmanagements die Daten standardisiert zu beschreiben, zu strukturieren und zur Verfügung zu stellen. Dadurch können sie interoperabel über Verwaltungsgrenzen hinweg genutzt werden.

Und nicht nur in Deutschland: europa- und sogar weltweit entstehen Geodateninfrastrukturen, deren Ziel die einfache Nutzung von Geodaten ist.

Geodateninfrastruktur NRW (GDI-NW)
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Die Geodateninfrastruktur NRW (GDI-NW) ist das Vorhaben des Landes NRW, einen einfachen Zugang zu den vorhandenen Geoinformationen zu ermöglichen. Organisatorisch definiert der im Jahre 2004 in NRW eingerichtete Interministerielle Ausschuss zum Aufbau der Geodateninfrastruktur Deutschland (IMA GDI.NRW) die Rahmenbedingungen für den weiteren Auf- und Ausbau.

Geodateninfrastruktur Deutschland (GDI-DE)
Logo GDI-DE

Die Geodateninfrastruktur Deutschland ist ein gemeinsames Vorhaben von Bund, Ländern und Kommunen. Mit dem Aufbau der GDI-DE soll die Vernetzung von raumbezogenen Daten über Verwaltungsgrenzen hinweg erreicht werden. Komplexe Entscheidungsprozesse in Verwaltung, Wirtschaft und Politik, z. B. bei Fragen des Umweltschutzes, der Sicherheit oder der Standortentscheidung, können somit effizient unterstützt werden.

Geoinformationswirtschaft (GIW)

Die GIW-Kommission ist die Schaltstelle zwischen Wirtschaft und Verwaltung. Ziel der Kommission ist es, das enorme Marktpotential von staatlichen Geoinformationen besser zu nutzen: Arbeitsplätze sollen gesichert und geschaffen, der Wirtschaftstandort Deutschland gestärkt werden. Branchenvertreter und Verwaltung setzen dazu gemeinsame Projekte um und stellen die Rahmenbedingungen auf den Prüfstand.

INSpIRE
Logo INSPIRE

INSPIRE steht als Kürzel für die Richtlinie 2007/2/EC des Europäischen Rates und Parlaments zur Schaffung einer Geodateninfrastruktur in der Gemeinschaft. Die Richtlinie ist 2007 in Kraft getreten. Mit der Schaffung von Geodateninfrastrukturgesetzen setzt Deutschland INSPIRE in nationales Recht um. Ziel der Richtlinie ist es aufbauend auf den im Aufbau befindlichen nationalen Strukturen, die grenzübergreifende Nutzung von Geodaten in Europa bzw. die Schaffung einer europäischen GDI zu erleichtern.

Rechtsgrundlagen