Projektgruppe BOS Digitalfunk NRW

Der Aufbau und Betrieb eines einheitlichen Digitalfunknetzes für alle Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS) stellt nicht nur bundesweit, sondern auch in der Geschichte der BOS Nordrhein-Westfalens, das bisher größte und umfangreichste technologische Projekt dar. Diese Aufgabe wurde in NRW der Abteilung 4 des Ministeriums für Inneres und Kommunales übertragen. Die Projektleitung ist dabei als eigenständige Organisationseinheit innerhalb der Abteilung 4 angesiedelt. Aufgabe der Projektleitung ist es, einerseits den umfangreichen Planungs- und Einführungsprozess des Digitalfunks für alle BOS strategisch zu steuern, andererseits aber auch den Digitalfunk innerhalb der Polizei einzuführen. Um hierbei wirtschaftlich und effizient zu handeln, werden etablierte Verfahrensweisen des Projektmanagements angewendet, wie zum Beispiel ein Projekt- und Kostencontrolling sowie ein Risiko- und Qualitätsmanagement.


Zur Erfüllung der Aufgabe des Netzaufbaus für alle BOS sind fortlaufende Abstimmungen sowohl mit der Bundesanstalt für den Digitalfunk der Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BDBOS) mit Sitz in Berlin und dem Bundesministerium des Inneren (BMI) als auch mit den Vertretern der anderen Bundesländer erforderlich. Hier gilt es einerseits den gesamten Netzaufbau zu synchronisieren, andererseits aber auch die Interessen aller BOS in NRW zu bündeln und im bundesweiten Kontext zu wahren. Diese Aufgaben werden künftig in einer "Koordinierenden Stelle BOS Digitalfunk (KS)" im Ministerium für Inneres und Kommunales wahrgenommen.


Die operative Umsetzung der Aufgaben erfolgt in mehreren Teilprojekten.


So erfolgt die Schulung der Nutzer und Endanwender der Polizei und der Justiz im Wege eines Multiplikatorenkonzeptes zentral durch das Landesamt für Ausbildung, Fortbildung und Personalangelegenheiten der Polizei (LAFP NRW); die taktischen Belange der Polizei werden durch eine sog. Expertengruppe Taktik des Digitalfunks gewahrt, die sich aus Vertretern verschiedener Fachbereiche der Polizei zusammensetzt. Darüber hinaus werden innerhalb der Projektleitung die Interessen des Verfassungsschutzes und der Justiz gebündelt, die zukünftig als BOS in NRW ebenfalls am Digitalfunk teilnehmen.


Die Aufgaben zur Einführung des Digitalfunks im Bereich der nichtpolizeilichen Gefahrenabwehr (Feuerwehren, Rettungsdienste, Hilfsorganisationen) werden durch die Arbeitsgruppe Digitalfunk der nichtpolizeilichen Gefahrenabwehr (ARDINI) wahrgenommen. Diese Projektgruppe ist innerhalb der Abteilung 7 des Ministeriums für Inneres und Kommunales NRW angesiedelt.


Mit den operativen Aufgaben zum Aufbau und Betrieb des Digitalfunks für alle BOS in NRW sowie mit der Einführung des Digitalfunks innerhalb der Polizei wurde das Landesamt für Zentrale Polizeiliche Dienste (LZPD NRW) beauftragt. Die Aufgaben werden dort innerhalb des Projektes TED (Technische Einführung Digitalfunk) wahrgenommen. TED koordiniert beispielsweise den Aufbau der über 450 Basisstationen und betreibt am Standort in Duisburg die sog. Autorisierte Stelle, die zentral für den Betrieb des Netzes in NRW verantwortlich ist. Darüber hinaus werden hier das gesamte Haushalts- und Kostenwesen bearbeitet, entsprechende technische Konzepte erstellt und umgesetzt, sowie erforderliche technische und betriebliche Abstimmungen mit der BDBOS vorgenommen.


Die Ertüchtigung der Basisstationsstandorte sowie die Installation der Systemtechnik waren bis Jahresende 2012 im Wesentlichen abgeschlossen. Bis zum 3. Quartal des Jahres 2013 werden alle Basisstationen an das bundesweite Netz angeschlossen sein. Die seit Anfang 2012 sukzessiv folgenden Probebetriebe aller BOS in den zehn Teilnetzabschnitten sowie die daraus resultierenden Nachbesserungsmaßnahmen bilden dann einen weiteren Schwerpunkt. So kommt es dazu, dass in einigen Bereichen schon der Digitalfunk genutzt wird, während sich in anderen Bereichen das Netz noch in der Erprobung befindet. Am Ende steht den Anwendern ein hochverfügbares und abhörsicheres digitales Funknetz für ihre tägliche Arbeit zur Verfügung.


Das Projekt TED des LZPD NRW gliedert sich in fünf Teilprojekte, dessen Aufgaben durch mehr als 100 Mitarbeiter wahrgenommen werden.


Die gesamte organisatorische Struktur des Projektes TED können Sie diesem Organigramm entnehmen.

Die speziellen Aufgaben der Teilprojekte sind im Folgenden skizziert:

Digitalfunk im Einsatzfahrzeug

Teilprojekt Technik

Aufgaben des Teilprojektes Technik sind beispielsweise:

  • Umrüstung der Fahrzeuge der Polizei auf Digitalfunk
  • Planung für die Ausstattung des Fuhrparks der nordrhein-westfälischen Polizei und der Bereitschaftspolizei in Nordrhein-Westfalen mit Digitalfunk über ein Vergabeverfahren
  • Erstellen eines Logistikkonzeptes zur Fahrzeugmigration
  • Beschaffung der Handsprechfunkgeräte, der stationären Funkgeräte und der mobilen Funkgeräte der Polizei sowie Zubehör
  • Durchführung des Vergabeprozesses
  • Erfassung, Programmierung, netzseitige Administration und Verteilung der Endgeräte
  • Begleitung der Einführung und der Migrationsphase

 

 

 

Antennenmast

Teilprojekt Standortbezogene Leistungen (StadL)

Aufgaben des Teilprojektes für standortbezogene Leistungen sind beispielsweise:

  • Funkplanung und Standortauswahl für Basisstationen sowie deren Ertüchtigung
  • Überwachung der Sicherheitsanforderungen
  • Überwachung der Qualität der Funkversorgung
  • Mitwirken bei der Standortabnahme
  • Unterstützung des konkretisierten Abrufs der Systemtechnik
  • Vernetzung der Basisstationen und Leitstellen
  • Umrüstung der Polizeiwachen auf Digitalfunk
  • Ermittlung des Bedarfs an Endgeräten
  • Installation von stationären Funkgeräten

 

 

 

Netzwerk von Leitstellen

Teilprojekt Modernisierung und Vereinheitlichung der polizeilichen Leitstellen in Nordrhein-Westfalen (MVL)

Mit Einführung des Digitalfunks wird die gesamte Technik der Leitstellen der Polizei in Nordrhein-Westfalen vereinheitlicht und an die gestiegenen Kommunikationsanforderungen angepasst.

Aufgaben des Teilprojektes zur Modernisierung und Vereinheitlichung der Leitstellen sind beispielsweise:

  • Konzeption der Technikarchitektur
  • Vorgaben zur Entwicklung einer neuen Kommunikations- und Vermittlungstechnik zur landesweiten Nutzung
  • Zentralisierung der Notrufabfrage und der analogen und digitalen Funkanbindung und Dokumentationstechnik
  • Realisierung permanent verfügbarer Service- und Unterstützungsmöglichkeiten
  • Vereinheitlichung und Optimierung der Bedienoberflächen
  • Berücksichtigung der Anforderungen des Digitalfunks zur Anbindung von Leitstellen bei der Systementwicklung

 

 

 

Leitstelle in Mettmann

Teilprojekt Betrieb

Aufgaben des Teilprojektes Betrieb sind beispielsweise:

  • Betrieb des Control Centers für den BOS Digitalfunk (CCD)
  • Endgerätemanagement
  • Netzentwicklung- und -anpassung
  • Vorbereitung von Einsatzlagen
  • Zentraler Ansprechpartner für Annahme und Bearbeitung von Anfragen und Störungen sowie die Einleitung entsprechender Maßnahmen zur Behebung für die Kreispolizeibehörden und für die taktisch-technischen Betriebsstellen (TTB) der allgemeinen Gefahrenabwehr (Leitstellen)
  • Überwachung des Digitalfunknetzes und der dazugehörigen Leitungsverbindungen

 

 

 

Leitstelle

Teilprojekt nichtpolizeiliche Gefahrenabwehr

Neben den Leitstellen der Polizei müssen natürlich auch die Leitstellen der nichtpolizeilichen Gefahrenabwehr an das Digitalfunknetz angeschlossen werden.
Aufgaben des Teilprojektes für die nichtpolizeiliche Gefahrenabwehr sind beispielsweise:

  • Erstellung eines Konzeptes für die Anbindung der nichtpolizeilichen Leitstellen an das Digitalfunknetz
  • Erarbeitung eines Leistungsverzeichnisses und Begleitung des Vergabeverfahrens
  • Fortschreibung der Wirtschaftlichkeitsbetrachtung
  • Ausarbeitung und Umsetzung eines Konzeptes für den zukünftigen Betrieb
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