Innenministerkonferenz unterstützt NRW-Initiative gegen EC-Karten-Kriminalität - Innenminister Behrens: Betrug mit Debit-Karten schnell stoppen

Pressemitteilungen | 08.07.2004

Innenministerium NRW

Kiel, 08.07.04

Der Missbrauch beim Bezahlen mit EC-Karten und anderen Debitkarten soll schnellstmöglich gestoppt werden. Deshalb hat die Innenministerkonferenz (IMK) heute in Kiel die flächendeckende Einführung von „EC-Cash“ gefordert. EC-Karten oder Kreditkarten sollen nur noch mit Geheimzahl (PIN-Nummer) benutzt werden. „Dieses Verfahren ist das sicherste und schützt sowohl Händler wie Kunden. Es muss bundesweit eingeführt werden, um den Betrug mit Debitkarten wirksam zu verhindern“, erklärte NRW-Innenminister Dr. Fritz Behrens. „Ich freue mich, dass die IMK dem Vorschlag von Nordrhein-Westfalen und Hessen gefolgt ist“, ergänzte der Minister. „Einzelhandel und Kreditwirtschaft sind aufgerufen, ihre Gespräche über die Einführung von „EC-Cash“ zu intensivieren. Ich würde es begrüßen, wenn für den Handel günstige Konditionen möglich wären, um den Umstieg auf das Online-Verfahren zu erleichtern“, so Behrens.

Das eine schnelle und sichere Lösung nötig ist, machen aktuelle Kriminalitätszahlen aus Nordrhein-Westfalen deutlich: Von Januar bis Ende Mai 2004 stellte die Polizei rund 2 200 mehr Betrugsfälle beim Bezahlen mit EC- und anderen Debitkarten ohne Eingabe der Geheimzahl fest. Dies ist ein Plus von 41 % im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Bereits im Jahr 2003 mussten in NRW über 90 % mehr dieser Betrugs-delikte von der Polizei bearbeitet werden. Der Gesamtschaden belief sich auf ca. fünf Millionen Euro. „Deshalb muss das Zahlungsverfahren sicherer werden“, forderte Behrens.

Debitkarten, u.a. die EC-Karte, belasten das zugehörige Konto im Gegensatz zu Kreditkarten sofort. Sie werden beim Einkauf häufig im Lastschriftverfahren eingesetzt, wo keine Geheimnummer, sondern nur die Unterschrift des Kunden nötig ist. Der Ausweis des Käufers wird oftmals nicht verlangt. „Diebe und Betrüger haben hier leichtes Spiel. Mit einer einzigen Karte können Täter zum Teil mehrere hundert Mal unbehelligt einkaufen“, warnte Behrens. „Dadurch wird die Polizei hochgradig belastet.“ Das alternative Online-Verfahren mit Eintippen der Geheimzahl bietet wesentlich mehr Sicherheit. Es ist vielen Einzelhändlern jedoch zu teuer.

 

Hintergrund:Bezahlt der Kunde mit seiner Debitkarte, so muss er bisher in den meisten Fällen lediglich den Kassenbon unterschreiben. Das ist das Lastschriftverfahren offline. Dabei erlaubt der Kunde dem Verkäufer, den ausgedruckten Betrag von seinem Konto abzubuchen. Für die Kassiererin oder den Kassierer ist es jedoch oft nicht möglich, eine echte von einer gefälschten Unterschrift zu unterscheiden. Zudem erkennt das System gestohlene Karten ebenso wenig wie ein leeres Konto des Besitzers. Ist die Karte bei der ausgebenden Bank bereits als gestohlen gemeldet, bleibt der Verkäufer auf seinem Schaden sitzen. Der Handel muss den Verlust über höhere Preise ausgleichen, die letztlich der Kunde zahlen muss.

 

 

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