Verfassungsschutz

Know-how-Transfer

Internationale Zusammenarbeit in Wissenschaft und Forschung ist erwünscht und soll grundsätzlich nicht behindert oder kontrolliert werden. Anders ist es aber, wenn diese Liberalität im Interesse von Risikostaaten missbraucht wird.

Diese können den freien Austausch zwischen technologisch-wissenschaftlichen Institutionen nutzen und sich so das Know-how verschaffen, das sie zur Entwicklung von Technologie für Massenvernichtungswaffen und Trägersysteme benötigen.

Als mögliche Quellen zur Beschaffung von Wissen kommen Universitäten, Fachhochschulen, wissenschaftliche Institute sowie Forschungsabteilungen und Schulungsbereiche in der Industrie in Betracht.

Von besonderem Interesse sind dabei wissenschaftliche Themen aus den Fachbereichen, deren Inhalte grundsätzlich auch in den Programmen zur Entwicklung von Massenvernichtungswaffen verwendet und damit missbraucht werden können. Hierzu zählen die Bereiche Biologie, Chemie, Informatik, Maschinenbau, Physik oder Verfahrenstechnik bzw. ingenieurtechnisches Know-how.

Der Missbrauch von Wissen, das im Rahmen einer grundsätzlich gewünschten wissenschaftlichen Zusammenarbeit gewonnen wurde, ist nur schwer zu erkennen und nicht vollständig durch Gesetze und Verordnungen einzudämmen. Zum Schutz proliferationsrelevanter Informationen, aber auch zur Minimierung des Risikos eigenen Reputationsverlusts, gilt es, sich des Problems bewusst zu sein.

Ein eklatantes Beispiel für die Bedeutung von Know how- bzw. Technologietransfer ist das weltweit agierende Netzwerk um den pakistanischen Atomwissenschaftler Addul Qadeer Khan, welches in der Vergangenheit umfangreiche Unterstützungsleistungen beim Auf- oder Ausbau eines Nuklearprogramms angeboten hat. Länder wie Iran oder Nordkorea haben diese "Dienstleistungen" in Anspruch genommen, um auf diese Weise ihr Atomprogramm voranzutreiben.

Zur Ergänzung:

Merkblatt über Verantwortung und Risiken beim Wissenstransfer - Kontrolle der technischen Zusammenarbeit mit Personen, Hochschulen und Forschungseinrichtungen.