Verfassungsschutz

"Das Internet ist billig, schnell und sauber. Wir lieben es."

Im März 2010 hat sich die Parteizeitung der NPD der neuen, interaktiven Web-Dienste und -Techniken angenommen, zu denen Weblogs, Videoportale und vor allem soziale Netzwerke zählen. Die Tipps im NPD-Organ sollen Parteianhänger in die Lage versetzen, hinter der Maske des "netten Rechten von nebenan" Kontakte zu anderen Nutzern zu knüpfen und schrittweise auf den Punkt zu kommen: nationalistische und fremdenfeindliche Propaganda.

Die Formel "Das Internet ist billig, schnell und sauber. Wir lieben es!" hat eine der Verantwortlichen der volksverhetzenden "Zundelsite" schon 1996 die Bedeutung des Internet für die Verbreitung rechtsextremistischer Propaganda herausgestellt - und sie gilt heute mehr denn je. Rechtsextremistische Internetangebote spiegeln die multimediale Entwicklung des World Wide Web (WWW): Sie stellen vielfältige Musik- und Videoinhalte zur Verfügung und möchten auf diese Weise eine junge Zielgruppe für die rechtsextremistische Szene gewinnen.

Mit der Bedeutung des Internets für die Verbreitung extremistischer Propaganda hat sich der Verfassungsschutz Nordrhein-Westfalen in verschiedenen Publikationen beschäftigt. Wir haben diese Broschüren und Aufsätze auf dieser Seite für Sie gesammelt.

Die vielfältigen Aktivitäten rechtsextremistischer Gruppierungen im Internet sind fester Bestandteil einer "Erlebniswelt Rechtsextremismus" und gewinnen zunehmend an Bedeutung.

Aufsatz: Erlebniswelt Rechtsextremismus – am Beispiel des Rechtsextremismus im Internet

Mit Websites, Musik, Schülerzeitungen und Gruppenaktivitäten, die mit rechtsextremistischem Gedankengut verknüpft sind, entfaltet diese Szene eine "Erlebniswelt Rechtsextremismus", die sie insbesondere bei Jugendlichen interessant machen soll. Freizeitgestaltung und politische Inhalte verschmelzen. Der Aufsatz "Erlebniswelt Rechtsextremismus. Am Beispiel des Rechtsextremismus im Internet" nimmt die Websites dieser Szene in den Blick und beleuchtet multimediale Mittel, die gerade Jugendliche ansprechen sollen. Er umfasst Kurzanalysen zu fünf Beispielen, darunter zwei Videos und der Mobilisierungs-"Jingle" für eine neonazistische Demonstration.

Der Aufsatz aus dem Verfassungsschutz Nordrhein-Westfalen ist in folgendem Sammelband erschienen: Busch, Christoph (Hrsg.): Rechtsradikalismus im Internet, universi, Siegen 2010, S. 60-76.

Aufsatz: Strategische Funktion des Internets für Rechtsextremisten

Rechtsextremisten im Internet - uraltes Denken im High-Tech-Gewand. Ein Widerspruch ist das nicht. Das Internet ist ein bestens geeignetes Instrument, um die interne Vernetzung der rechtsextremistischen Szene zu stärken und die Verbreitung ihrer Propaganda zu erleichtern. Daher nimmt es im Medienmix rechtsextremistischer Parteien und Organisationen einen prominenten Platz ein. Wie haben sich rechtsextremistische Websites entwickelt? Welche Funktionen erfüllen sie für die strategischen Ziele der Szene? Fragen wie diesen geht der Aufsatz "Virtuelle Gegenöffentlichkeit und Ausweg aus dem 'rechten Ghetto'. Strategische Funktionen des Internets für den deutschen Rechtsextremismus" nach.

Der Aufsatz aus dem Verfassungsschutz Nordrhein-Westfalen ist in folgendem Sammelband erschienen: Stephan Braun, Alexander Geisler und Martin Gerster (Hrsg.): Strategien der extremen Rechten. Hintergründe - Analysen - Antworten, Verlag für Sozialwissenschaften, Wiesbaden 2009, S. 290-309.

Aufsatz: Parteinahe Jugendzeitschriften einer neuen sozialen Bewegung von rechts

Zu den Medien, mit denen die NPD oder "pro Köln"/"pro NRW" Jugendliche ansprechen möchte, zählen auch kostenlose Schülerzeitungen. Sechs Beispiele - "Brennessel", "Jugend rebelliert", "perplex", "Schinderhannes", "stachel" und "Objektiv" - nimmt der Aufsatz in den Blick. Sie erscheinen meist im Vierfarbdruck, in mehr oder minder professionellen Designs und hohen Auflagen. Fremdenfeindliche Inhalte fallen - in unterschiedlichen Varianten - in allen Zeitschriften auf. Viele Periodika stellen ihren provokanten Charakter webewirksam heraus ("die, vor denen Eure Lehrer warnen"), andere geben sich seriös.

Der Aufsatz aus dem Verfassungsschutz Nordrhein-Westfalen ist in folgendem Sammelband erschienen: Armin Pfahl-Traughber (Hrsg.): Jahrbuch für Extremismus- und Terrorismusforschung, Bd. 2, Fachhochschule des Bundes für öffentliche Verwaltung, Brühl/Rheinland 2008, S. 264-302.

Buch: Erlebniswelt Rechtsextremismus

Juni 2007

Aktionen und Erscheinungsformen des Rechtsextremismus sind heute weder altbacken noch ewiggestrig - eine Szene im modernen Gewand fordert die politische Bildung heraus. Projektskizzen für die schulische Praxis sind ein zentraler Teil dieses Buches, das der Verfassungsschutz NRW gemeinsam mit jugendschutz.net, dem Wochenschauverlag und der Landeszentrale für politische Bildung erstellt hat. Mehr Informationen zum Inhalt und zur Bestellmöglichkeit finden Sie hier.

Ein- und Ausstiegsprozesse von Rechtsextremisten

Unter welchen Bedingungen können Einstiege in den Rechtsextremismus erfolgen? Von welchen Aktivitäten und welchen Gedanken ist ein Leben in der Szene geprägt? Vor welchen Problemen stehen Aussteiger? Fragen wie diesen geht der Werkstattbericht "Ein- und Ausstiegsprozesse von Rechtsextremisten" nach, den der Verfassungsschutz Nordrhein-Westfalen gemeinsam mit der Ruhr-Universität Bochum und der Arbeitsstelle Rechtsextremismus und Gewalt (Braunschweig) veröffentlicht hat.

Weitere Informationen und Download der Publikation

Dokumentation: Fortbildungsreihe "Erlebniswelt Rechtsextremismus" (2011)

für Fachkräfte in der Aus- und Weiterbildung von Multiplikatorinnen und Multiplikatoren in der außerschulischen politischen Bildung

Rechtsextremisten präsentieren ihre Inhalte immer häufiger hinter einer modernisierten Fassade. Szene-Medien, die sich an Jugendliche richten, zeigen dies besonders deutlich: CDs, Comics, Schülerzeitungen, Internetseiten, Profile in Online-Communities und Kurzclips auf Videoplattformen. Die medienpädagogische Fortbildungsreihe „Erlebniswelt Rechtsextremismus“ informierte Fachkräfte aus der außerschulischen politischen Bildung. Veranstalter waren die Bundeszentrale für politische Bildung, jugendschutz.net (Mainz) und das Ministerium für Inneres und Kommunales NRW. Die Dokumentation erläutert Konzept und Ergebnisse.

Dokumentation: Fortbildungsreihe "Erlebniswelt Rechtsextremismus" (2008/2009)

Wissen und Methoden vermitteln, um an Schulen über den Rechtsextremismus aufzuklären - die kritische Auseinandersetzung mit dem Thema in der Ausbildung von Lehrerinnen und Lehrern stärken: Diese Ziele verfolgte die Fortbildungsreihe "Erlebniswelt Rechtsextremismus" für Fachleiterinnen und Fachleiter an Studienseminaren für das Lehramt. Veranstalter waren das Innen- und das Schulministerium Nordrhein-Westfalen sowie jugendschutz.net. Die Dokumentation erläutert Konzept und Ergebnisse.

Jugendschutz.net

jugendschutz.net - die Zentralstelle der Länder für Jugendschutz im Internet - informiert regelmäßig in ihren Berichten über Rechtsextremisten im www und in Online-Netzwerken.

Sie finden die Broschüren hier: www.jugendschutz.net und www.hass-im-netz.info

Dokumentation: Jugendkongress "Wir im Revier: Für Demokratie - gegen Rechtsextremismus"

Über 150 Schülervertreterinnen und Schülervertreter kamen am 27. April 2006 in Dortmund zum ersten Jugendkongress "Für Demokratie - gegen Rechtsextremismus" zusammen, um sich kritisch mit der "Erlebniswelt Rechtsextremismus" zu beschäftigen und engagiert für eine demokratische Gesellschaft einzusetzen. Den Kongress hatten das Innen- und das Schulministerium Nordrhein-Westfalen gemeinsam mit der Stadt Dortmund veranstaltet. Das Dortmunder Modell hat seither Impulse gegeben für vergleichbare Veranstaltungen innerhalb und außerhalb Nordrhein-Westfalens. Die Dokumentation schildert Vorbereitung, Inhalte und Ablauf.

Jugendkongress in Düsseldorf 2007: "Jugend in Nordrhein-Westfalen: Für Demokratie - gegen Rechtsextremismus"

Jugend-Webangebot "Andi" (copy 1)