Verfassungsschutz

Führerprinzip

Das Führerprinzip (auch Führergrundsatz) ist ein beherrschendes Element der nationalsozialistischen Weltanschauung, aber auch kennzeichnend für andere Diktaturen.

Nach nationalsozialistischer Auffassung war das Führerprinzip Grundlage der "germanischen Demokratie" und beruhte auf "unbedingter Verbindung von absoluter Verantwortlichkeit mit absoluter Autorität" (aus Adolf Hitler: 'Mein Kampf').

Im Heft 1 der 'Nationalpolitischen Aufklärungsschriften' vom 7. September 1935 heißt es dazu erklärend:

"Am Anfang der nationalsozialistischen Bewegung steht ein Mann. Adolf Hitler! Sein Glaube und sein Wille, sein Geist und sein Charakter entscheiden den Kampf."

Das Führerprinzip beinhaltete aber nicht nur das unumstößliche Entscheidungsrecht Hitlers, es sollte auch alle gesellschaftspolitischen Bereiche durchdringen und war Grundlage der inneren Strukturen der NSDAP und ihrer Gliederungen.

Aus dem Führerprinzip leitete sich der Führerwille (Führerbefehl, Führererlass) ab, der Richtschnur jeglichen staatlichen Handelns war.

Auch in den heutigen neonazistischen Gruppierungen (Kameradschaften) spielt das Führerprinzip eine wichtige Rolle. Die Kameradschaften haben zumeist eine anerkannte Führerfigur, von ihrer Aktivität und Anerkennung - auch überregional - hängt der aktionistische Impetus und der Stellenwert der Kameradschaft innerhalb der Szene ab.