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Faschismus

Das Wort leitet sich von dem lateinischen "fasces" ab, eine Bezeichnung für das altrömische Rutenbündel als Herrschaftssymbol der Liktoren. In Italien hat der Begriff "fascio" die Bedeutung von "Bund", so bezeichnete sich die unter Leitung Benito Mussolinis 1919 vorerst nur als politische Splittergruppe entstandene faschistische Bewegung als 'fascio di combattimento' (Kampfbund).

Als Faschismus wird das italienische Herrschaftssystem zwischen 1922, sogenannte Machtergreifung durch den "Marsch auf Rom", und 1945, Ende der "Republica Soziale Italiana" in Saló und Tod Mussolinis, bezeichnet. Das faschistische System war gekennzeichnet durch ein in ständische Gruppen (Korporationen oder Syndikate) gegliedertes Einparteiensystem in einem autoritären, imperialistischen, antikommunistischen, nationalistischen auf den "Duce" zugeschnittenen Staat, der allerdings die monarchische Spitze bestehen ließ.

Die Ideologie war ein Gemisch verschiedener Elemente. Mussolini, der ursprünglich den Ideen des Marxismus anhing, vermischte die Idee des Klassenkampfes mit Ideenfetzen des Franzosen Georges Sorel (politisches Prinzip der "direkten Aktion"), des italienischen Soziologen Vilfredo Pareto (hierarchischer Aufbau der Gesellschaft), des deutschen Philosophen Friedrich Nietzsche (Wille zur Macht) und übernahm auch Elemente der Staatslehre des deutschen idealistischen Philosophen Georg W. F. Hegel.

Völkischer Rassismus bzw. Antisemitismus, Kernelement des deutschen Nationalsozialismus, war dem italienischen Faschismus fremd und wurde selbst mit wachsendem Einfluss des Nationalsozialismus während des 2. Weltkrieges nur bedingt adaptiert.

Es gibt verschiedene politwissenschaftliche Versuche, die historisch und national begrenzte Erscheinungsform des italienischen Faschismus auf andere autoritäre Nationalismusformen zu übertragen, auch aus dem Bedürfnis heraus, einen politischen Begriff zur Bezeichnung "rechter Bewegungen" zu finden. Das gilt vor allem für die orthodoxe kommunistische Faschismustheorie, die im Faschismus eine Variante des Kapitalismus sieht und den Faschismus als "die offene terroristische Diktatur der am meisten chauvinistischen, am meisten imperialistischen Elemente des Finanzkapitals" bezeichnet (formuliert auf dem 13. Plenum des 'Exekutivkomitees der Kommunistischen Internationale' 1933).

Heute wird der Begriff Faschismus vielfach pauschal zur Kennzeichnung sämtlicher rechtsextremistischer Bestrebungen verwandt, häufig mit Nationalsozialismus gleichgesetzt. Dabei werden jedoch fundamentale Unterschiede zwischen Faschismus und Nationalsozialismus verwischt.

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Antisemitismus
AntisemitismusDer Antisemitismus ist ein häufiger Bestandteil rechtsextremistischer Ideologie und rassistisch motiviert. Dabei wird auf pseudowissenschaftliche Behauptungen von Antisemiten des 19. Jahrhunderts zurückgegriffen, die seinerzeit in Abkehr vom religiös begründeten Antisemitismus die Juden als eigenständige "Rasse" deklarierten. Ursprünglich aus Europa stammende antisemitische Klischees und Stereotypen haben seit Mitte des 20. Jahrhunderts verstärkt Eingang in islamistische Diskurse gefunden.
Marxismus
MarxismusAuf Karl Marx und Friedrich Engels zurückgehende "wissenschaftliche" Lehre, die u. a. davon ausgeht, dass die Menschheitsgeschichte und die gesellschaftliche Entwicklung, ähnlich wie die Natur, nach Gesetzmäßigkeiten verläuft. Der Kapitalismus ist demnach nicht das Ende der Menschheitsgeschichte, sein Untergang ist historisch unvermeidlich.
Nationalismus
NationalismusEine politische Anschauung, deren zentraler Bezugspunkt die "Nation" ist. Interessen Einzelner oder gesellschaftlicher Gruppen werden diesem Wert untergeordnet. Zwar darf nationalistisches Denken nicht mit rechtsextremistischem Denken gleichgesetzt werden, allerdings ist Rechtsextremismus ohne Nationalismus kaum denkbar.
Nationalsozialismus
NationalsozialismusDer Begriff Nationalsozialismus bezeichnet sowohl die Ideologie der NSDAP als auch ihr Herrschaftssystem von 1939 bis 1945. Die nationalsozialistische Idee entstand nach dem Ersten Weltkrieg in Deutschland als antimodernistische Protestbewegung: gegen die parlamentarische Demokratie, gegen die moderne, pluralistisch geprägte Gesellschaft, gegen die Ideologie des politischen und wirtschaftlichen Liberalismus.
RassismusRassismusRassismus bezeichnet die Diskriminierung anderer Menschen aufgrund körperlicher Merkmale oder ethnischer Herkunft. Rassismus ist damit eine spezifische, biologisch-anthropologisch unterlegte Form von Fremdenfeindlichkeit.