Verfassungsschutz

Infoläden und Autonome Zentren

Trotz intensiver Nutzung des Internets benötigt die linksautonome Szene konkrete Treff- und Anlaufpunkte. Wirkungsvolle und nicht nur auf einen Teilbereich fixierte Personenzusammenhänge entwickeln sich vor allem in Ballungsgebieten, wenn ein autonomes Zentrum (AZ) entsteht oder bereits vorhanden ist. Dabei ist nicht ausschlaggebend, wer der tatsächliche Träger eines Anlaufpunktes von der linksautonomen Szene ist (beispielsweise ein kommunales Stadtteilzentrum, eine linksgerichtete Partei oder ein eingetragener Verein). Wesentlich ist, wie stark sich das Engagement linksautonomer Gruppierungen innerhalb eines solchen Zentrums darstellt. Mittlerweile verfügt nahezu jede Groß- oder Universitätsstadt über eine etablierte Alternativszene, die Nischen für Veranstaltungen der linksautonomen Szene bietet.

 

Neben autonomen Zentren existieren weitere Treffpunkte im Bereich der alternativen Subkultur, die sich auch ohne eigentliche Intendierung zur lokalen Anlaufstelle der linksautonomen Szene entwickeln können: Szenekneipen, Soziale Zentren, Eine-Welt-Läden, Stadtteilzentren u.ä. Einen wesentlichen Umschlagplatz für den szeneinternen Informationsaustausch bilden linksorientierte Buchhandlungen, in denen szenerelevante Flugblätter, Zeitschriften und Bücher erworben oder zumindest eingesehen werden können. Die im Szenejargon sogenannten Infoläden besitzen häufig auch ein Archiv, in dem die Publikationen nach verschiedenen Themenfeldern abgelegt sind. Damit gehören sie zu der von der linksautonomen Szene propagierten "Gegenöffentlichkeit", denn dort sind vor allem Texte erhältlich, die im Zeitschriftenhandel, in Buchhandlungen und Bibliotheken nicht vorrätig sind. Infoläden fungieren häufig auch als Kontaktanschrift für linksautonome Gruppierungen. Gelegentlich bieten sie auch die Möglichkeit, dort kleinere Veranstaltungen durchzuführen oder entsprechende Veranstaltungsorte zu vermitteln.