Verfassungsschutz

Bewegung 2. Juni

Diese in Berlin aktive terroristische Gruppierung gab sich Anfang der 70er Jahre den Namen im Hinblick auf den 2. Juni 1967. An diesem Tag war der Student Benno Ohnesorg bei einer Demonstration anlässlich eines Staatsbesuchs des Schahs von Persien von einem Polizeibeamten erschossen worden.

Die 'Rote Armee Fraktion' (RAF) hatte in der Anfangsphase eine wichtige Vorbild- und Unterstützerfunktion für diese Gruppe. In ihrer strukturellen Organisation ähnelte die 'Bewegung 2. Juni' jedoch eher den 'Revolutionären Zellen' (RZ) als der RAF. Erst nach dem Tod ihrer Führungsfigur Georg von Rauch, der am 4. Dezember 1971 bei einem Feuergefecht mit der Polizei ums Leben gekommen war, formierte sich eine Organisationseinheit, die auch zu terroristischen Gewaltaktionen bereit war. Im Februar 1972 wurde bei einem Bombenanschlag auf den Berliner Yachthafen ein Rentner getötet. Einen Tag nach dem Hungerstreiktod des RAF-Mitgliedes Holger Meins wurde der Präsident des Berliner Kammergerichts Günter von Drenkmann am 10. November 1974 bei einem gescheiterten Entführungsversuch eines Kommandos der 'Bewegung 2. Juni' erschossen.

Zur Durchsetzung ihrer Forderung nach Befreiung der "politischen Gefangenen" entführten Mitglieder der 'Bewegung 2. Juni' während des Wahlkampfes zur Berliner Abgeordnetenkammer am 27. Februar 1975 den CDU-Spitzenkandidaten Peter Lorenz. Der Entführte kam am 4. März 1975 frei, nachdem die Forderungen erfüllt worden waren.

Die durch zahlreiche Festnahmen dezimierte Gruppe erklärte am 2. Juni 1980 die Auflösung der 'Bewegung 2. Juni'. Einige ihrer Aktivisten schlossen sich dem harten Kern der RAF, andere den 'Revolutionären Zellen' (RZ) an.