Verfassungsschutz

Aiman al-Zawahiri

Der ägyptische Arzt Aiman al-Zawahiri gilt als ideologischer Kopf von al-Qaida und als wichtigster Mann in der Organisation nach Usama Bin Ladin. Als eine Art "Pressesprecher" tritt er vielfach in Videobotschaften an die Öffentlichkeit und erläutert die Standpunkte und Einschätzungen der Terrorgruppe und stößt dabei immer wieder auch Drohungen gegen arabische Regime, die USA, Israel sowie zahlreiche westliche Staaten aus. Er gilt als planerischer Kopf der meisten auf al-Qaida zurückzuführenden Terroranschläge. Außerdem wird er auf Grund seiner theoretisch-propagandistischen Kompetenzen und seiner langjährigen Erfahrungen im lokalen und internationalen Terrorismus als aussichtsreichster Nachfolger von Bin Ladin für den Fall von dessen Verhaftung oder Tod bezeichnet.

 

Al-Zawahiri wurde 1951 in Kairo als Spross einer angesehenen religiösen Familie geboren. Seit seiner Jugend war er in islamistischen Organisationen aktiv. 1977 schloss er sich dem radikal-militanten 'Jihad al-Islami' an. Während eines Pakistanaufenthalts im Dienst des Roten Kreuzes im Jahr 1980 traf er zum ersten Mal mit Usama Bin Ladin zusammen. Nach der Ermordung des ägyptischen Präsidenten Anwar al-Sadat wurde al-Zawahiri wegen logistischer Unterstützung der Attentäter zu einer Haftstrafe verurteilt. Nach seiner Entlassung 1984 verließ er Ägypten und errichtete im pakistanischen Peshawar ein "Jihad-Büro", das als Rekrutierungs- und Trainingsbasis für Mujahidin aus allen Nationen diente. 1988 begann seine enge Zusammenarbeit mit Usama Bin Ladin, die bis heute andauert. Ebenso wie Bin Ladin konnte auch al-Zawahiri bis heute nicht festgenommen werden; sein derzeitiger Aufenthaltsort ist unbekannt, wird aber in Waziristan vermutet.

Zur Ergänzung:

Stichwort: al-Qaida