Verfassungsschutz

Furkan-Gemeinschaft

Sitz/Verbreitung

Zentrale: Adana (Türkei)

Deutschland: Zentren in Dortmund und Hamburg

Gründung/Bestehen seit

1994 – Gründung der Furkan Vakfi (Furkan Stiftung) in derTürkei, in NRW seit etwa 2011 vertreten

2015 – Gründung des Furkan Kultur- und Bildungszentrums e.V. in Dortmund

Mitgliederzahl

25

Grund der Beobachtung / Verfassungsfeindlichkeit

Die Anhänger der Furkan-Gemeinschaft orientieren sich auch in Deutschland vor allem an den Lehren Alparslan Kuytuls, der in den Medienangeboten der Bewegung omnipräsent ist. Sein zentrales Anliegen ist die Rückkehr zu einer „Islamischen Zivilisation“. Diese soll sich ausschließlich an Koran und Sunna (prophetische Tradition) orientieren und Gott das ihm zustehende Recht zur Herrschaft einräumen. Dieses Religionsverständnis kollidiert mit bestehenden Strukturen staatlicher Ordnung. Die Furkan-Gemeinschaft geht davon aus, dass die Demokratie die Rechte Allahs vereinahme, und die Teilhabe am politischen Prozess zu Kompromissen zwinge, die im Widerspruch zu Gottes Gesetzen stünden. Sie dürften keinesfalls eingegangen werden. Aus dieser Auffassung resultiert eine prinzipielle Ablehnung der Demokratie, die sich auch im Verbot der Teilnahme an Wahlen widerspiegelt, während zugleich der „Westen“ zum Feindbild stilisiert wird.

Eine Beobachtung durch den Verfassungsschutz stützt sich auf § 3 Abs. 1 Nr. 1 VSG NRW.

Die Namen und Bezeichnungen von Organisationen, Bestrebungen und Tätigkeiten, bei denen zumindest gewichtige Anhaltspunkte für den Verdacht für die in § 3 Abs. 1 VSG NRW beschriebenen Merkmale vorliegen, sind zwischen den Zeichen » und « eingefasst.
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