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Verfassungsschutz

Drei Netzwerke in Nordrhein-Westfalen bieten Unterstützung und Beratung zum Thema Rechtsextremismus: das Aussteigerprogramm, das Netzwerk für Elternberatung und die mobilen Beratungsteams. Die wichtigsten Kontaktdaten auf einen Blick liefert jetzt eine Infokarte des Innenministeriums.

  • Raus aus der rechtsextremistischen Szene?! Aber wie? Nach Jugendjahren, die mit menschenverachtender Ideologie, häufig Alkoholexzessen, Gewalt und anderen Straftaten verbunden waren. Vor dem Ausstieg steht die Angst: vor den ehemaligen "Kameraden" und vor dem "schwarzen Loch", wenn die Kontakte zur Szene wegbrechen. Das Aussteigerprogramm Nordrhein-Westfalen bietet Schutz und Hilfe für jeden, der die rechtsextremistische Szene verlassen möchte.
  • Mein Kind – ein Neonazi? Viele Eltern sind verzweifelt, wenn sie erkennen, dass ihr Sohn oder ihre Tochter in rechtsextremistische Kreise verstrickt ist. Ein Ansprechpartner ist dann das Netzwerk "Beratung von Eltern und Bezugspersonen rechtsextrem orientierter Jugendlicher". Zum Netzwerk gehören Beraterinnen und Berater in allen Landesteilen. Sie helfen einschätzen, in welchem Maße der Jugendliche an der Szene beteiligt und welche Reaktion der Eltern sinnvoll ist.
  • In meiner Kommune möchten Rechtsextremisten eine Immobilie kaufen und ein Schulungszentrum errichten. Oder: Vor der örtlichen Schule verteilen Aktivisten Flugblätter und Musik-CDs, um Jugendliche zu ködern. Fälle, in denen die Landeskoordinierungsstelle gegen Rechtsextremismus Kommunen oder zivilgesellschaftliche Kräfte unterstützt. Die Landeskoordinierungsstelle kooperiert mit mobilen Beratungsteams in allen Regierungsbezirken.

Mit drei Unterstützungs- und Beratungsnetzwerken zum Thema Rechtsextremismus stehen in Nordrhein-Westfalen Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner für unterschiedliche Situationen und Zielgruppen zur Verfügung. Die Betroffenen kennen die Beratungsnetzwerke häufig nicht oder nicht vollständig. Der Hinweis auf eines der Angebote könnte daher der entscheidende Tipp sein, um Jugendlichen, Eltern oder anderen weiterzuhelfen – vielleicht sogar der Impuls für eine Weichenstellung, die dem Leben eine neue Richtung gibt.

Mit der Infokarte "Beratung in Nordrhein-Westfalen zum Thema Rechtsextremismus" möchte das Innenministerium Multiplikatorinnen und Multiplikatoren beispielsweise der Polizei, den Schulen, Jugendzentren oder Jugendämtern auf die Netzwerke aufmerksam machen. Die Karte enthält Rufnummern, Kurzinformationen zum Angebot und Internetadressen, die genauere Erläuterungen liefern. Diese Informationen zu bündeln ist auch deshalb wichtig, da die Angebote bei unterschiedlichen Stellen angesiedelt sind: Der Verfassungsschutz Nordrhein-Westfalen betreut das Aussteigerprogramm, die Landeskoordinierungsstelle gegen Rechtsextremismus ist Teil der Landeszentrale für politische Bildung, Träger der Elternberatung ist das Informations- und Dokumentationszentrum für Antirassismusarbeit in Nordrhein-Westfalen (IDA-NRW) in Düsseldorf. Dieses Netzwerk wird vom Land und – ebenso wie die Landeskoordinierungsstelle – auch vom Bund gefördert.

Die Unterstützung kann sehr unterschiedlich sein. Gespräche mit Familie, Arbeitgeber, Staatsanwaltschaft und Bewährungshelfern gehören in aller Regel zum Ausstiegsprozess, häufig auch Alkoholtherapien. Standardrezepte gibt es nicht: Betreuer im Aussteigerprogramm entwickeln mit jedem Klienten ein individuelles Konzept und helfen bei der Umsetzung. Am Anfang der Elternberatung stehen Fragen: In welcher Partei oder Gruppierung ist der Jugendliche aktiv, wie stark hat er oder sie rechtsextremistisches Gedankengut verinnerlicht, spielen strafrechtlich relevante CDs oder Symbole eine Rolle? Das Netzwerk richtet sich nicht nur an Eltern, sondern auch an andere Bezugspersonen der Jugendlichen, zum Beispiel an Lehrerinnen und Lehrer. Die Landeskoordinierungsstelle versteht sich als eine "Feuerwehr gegen rechtsextremistische Brandstifter". Die mobilen Beratungsteams sind in Köln, Schwerte, Wuppertal, Vlotho und Münster angesiedelt. Das Team aus Vlotho beispielsweise wurde von fünf Schulen um Hilfe gebeten, an denen Haken-kreuzschmierereien und rassistische Äußerungen aufgefallen waren. Ergebnis der Beratung ist das Projekt "Demokratie stärken – Extremismus, Fremdenfeindlichkeit und Gewalt entgegentreten", zu dem Infoveranstaltungen jeweils für Lehrkräfte sowie für Schülerinnen und Schüler zählen, ein Deeskalationstraining, das Gespräch mit einem Zeitzeugen des Nationalsozialismus und einem Aussteiger aus der Neonazi-Szene.

Hilfestellung

  • Das Call-Center der Landesregierung "C@ll NRW" vermittelt Rat und Hilfe zum Thema "Rechtsextremismus". Für Bürgerinnen und Bürger sowie Aussteigewillige ist die zentrale Rufnummer 01803 100 110* geschaltet. mehr>>
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