Newsletter Nichtpolizeiliche Gefahrenabwehr

Der Digitalfunk in NRW ist betriebsreif

nlga161 | 12.05.2016
Digitalfunk-Gerät

Die Anbindung der kommunalen Leitstellen kann sukzessive voran schreiten

 

Das Digitalfunknetz in NRW steht. Die Polizei ist seit dem 01.12.2014 landesweit in den Wirkbetrieb übergegangen und nutzt den Digitalfunk im täglichen Einsatzgeschehen. Über die Anbindung der kommunalen Leitstellen, die die nichtpolizeiliche Gefahrenabwehr koordinieren, entscheiden die Kommunen selbstständig. Das Land hat die technischen Möglichkeiten geschaffen, die eine Anbindung aller kommunalen Leitstellen im Land ermöglichen und fördert den Anbindungsprozess auch weiterhin.

 

 

Digitalfunkstecker ermöglicht Anbindung individueller kommunaler Leitstellensysteme

 

In einem Übereinkommen mit den Kommunalen Spitzenverbänden aus dem Jahr 2008 hatte das Land zugesagt, das Digitalfunknetz auf eigene Kosten aufzubauen und zu betreiben so wie die Anbindung der kommunalen Leitstellen zu ermöglichen. Schwierigkeiten bereitete dabei die heterogene Leitstellentechnik. In den Leitstellen werden Systeme unterschiedlicher Hersteller eingesetzt. Die Kommunen sollten durch die Anbindung an den Digitalfunk nicht gezwungen werden, ihre vorhandenen und erprobten Systeme aufzugeben.

 

 

Es wurde daher 2013 vom Land eine technische Lösung auf Basis des Standards "Digitalfunkstecker" beauftragt und durch die Firma Frequentis entwickelt, die die Leitstellenanbindung unabhängig vom Hersteller des Leitstellensystems ermöglicht.

 

 

Praxistest des Digitalfunksteckers erfolgreich

 

Am Beispiel von mittlerweile sechs Pilotleitstellen unterschiedlicher Hersteller konnten in den vergangenen Monaten viele Erfahrungen mit dem Digitalfunkstecker gesammelt werden, die einen reibungslosen Anbindungsprozess aller Leitstellen erwarten lassen. Die Pilotleitstellen sind Düsseldorf, Rhein-Erft-Kreis, Kreis Mettmann, Oberbergischer Kreis, die Städteregion Aachen und Hagen. Mittlerweile ist der "Digitalfunkstecker" in der Version 1.0 veröffentlicht. Kinderkrankheiten wurden beseitigt und ein Leitstellenbetrieb in den Pilotkommunen ist mit den bisher gewohnten und auch neuen Leistungsmerkmalen möglich.

 

 

Zu diesen Leistungsmerkmalen gehören, neben dem belegen und besprechen von Digitalfunkgruppen, das Mithören, die Notruf-Signalisierung, die Statusübertragung und neu - Einzelkommunikation zu einem ausgesuchten Endgerät sowie Gruppenzusammenschaltung. Zusätzlich kann der Zustand eines Funkgerätes abgefragt werden - aktuelle Gesprächsgruppe und Status. In Kürze wird darüber hinaus das Sperren und Entsperren von Endgeräten über eine Schnittstelle zum sog. nutzereigenen Managementsystem möglich sein.

 

 

Zügige Anbindung weiterer kommunaler Leitstellen ist erwünscht

 

Nachdem jetzt ein geprüfter Versionsstand vorliegt und allen Leitstellen in NRW der Digitalfunkstecker physikalisch zur Verfügung steht, können neben den bereits angeschalteten Pilotleitstellen auch weitere Leitstellen angebunden werden und den Betrieb aufnehmen.

 

 


Gleichberechtigte Nutzung des Digitalfunks in NRW

 

 

Eine Arbeitsgruppe aus Vertretern der Polizei, Justiz, des Verfassungsschutzes und der allgemeinen Gefahrenabwehr (also Feuerwehr, Rettungsdienste und Katastrophenschutz) in NRW hat für alle BOS-Digitalfunknutzer ein Nutzungshandbuch erarbeitet. Darin sind die Spielregeln beschrieben, die der gemeine BOS-Digitalfunknutzer beachten sollte. Alle am BOS-Digitalfunk beteiligten Behörden und Organisationen haben diese Regelungen anerkannt. Sie dienen einer sachgerechten gleichberechtigten Nutzung des BOS-Digitalfunks in Nordrhein-Westfalen. Das Nutzungshandbuch wird laufend aktualisiert und steht seit Ende 2015 als Version 2.0 auf der Webseite des Institutes der Feuerwehr, im Mitgliederbereich, zur Verfügung.

 

 

Auch Gebäude müssen mit Digitalfunk versorgt werden

 

Die Funkversorgung in Objekten und Gebäuden stellt im Digitalfunk zwar technisch eine große Herausforderung dar, bietet aber auch weitaus mehr Möglichkeiten als im bisher verwendeten Analogfunk. Mehrere unabhängige Gesprächsgruppen zur Abschnittsbildung, abhörsicheren Betrieb, Übertragung von Standortdaten , Notruf etc. Der Digitalfunk in Objekten ermöglicht also die eigenen taktischen Anforderungen besser umzusetzen - von der einfachen netzunabhängigen Repeaterlösung bis zur Versorgung ganzer Stadien und U-Bahn-Tunnel mit voller Netzversorgung. Je nach den taktischen Anforderungen stehen unterschiedliche Lösungen am Markt zur Verfügung.

 

 

Die Vielzahl der Möglichkeiten stellt die Brandschutzdienststelle aber vor die Fragestellung, ob nun jede Lösung auch zur Anwendung kommen kann oder muss. Kann die Vielzahl von Möglichkeiten überhaupt von meiner Einsatzkraft bedient werden? Erfüllen alle angebotenen Möglichkeiten auch meine taktischen Anforderungen? Eine gute Hilfestellung bei diesen Überlegungen ist die "Empfehlung zur Errichtung und Betrieb von Objektfunkanlagen im Digitalfunk BOS in Nordrhein-Westfalen" die der Verband der Feuerwehren NRW (VdF NRW) gemeinsam mit der Arbeitsgemeinschaft der Leiter der Berufsfeuerwehren NRW (AGBF NRW) herausgegeben hat. (http://www.idf.nrw.de/projekte/ardini/dokumente/empfehlung_objektfunkanlagen_version_1-04_vom_270415.pdf ).

 

 

Musterprogrammierung NRW gewährleistet einen sicheren Betrieb im Netz



Eine Unterarbeitsgruppe von ARDINI (Arbeitsgruppe zur Einführung des Digitalfunks im nichtpolizeilichen Bereich) gibt die Musterprogrammierung der TETRA-Digitalfunkgeräte heraus. Über das Informationssystem Gefahrenabwehr NRW (IG NRW) können sich die Verantwortlichen in den Leitstellen diese für NRW entwickelten Programmierdaten als Datei herunterladen. Diese können dann mit den eigenen Vorgaben für Notruf- und Statusziel, sowie dem eigenen Favoritenordner in die Funkgeräte programmiert werden. Nur diese Programmierdaten gewährleisten den sicheren Betrieb im Netz und an der Einsatzstelle. Die Files werden kontinuierlich an die aktuellen Gegebenheiten angepasst. Durch die Mitarbeit aller beteiligten BOS ist sichergestellt, dass alle Anforderungen berücksichtigt oder zumindest abgewogen und bewertet werden.

zurück