"WIR oder Scharia?" NRW-Verfassungsschutz und Zentrum für Antisemitismusforschung stellen Analysen und Projekte zur Prävention von Islamfeindlichkeit vor - Innenminister Jäger: Wir setzen rechtsextremistischer Propaganda Aufklärung entgegen

Pressemitteilungen, Verfassungsschutz | 07.10.2011

Islamfeindliche Stimmungsmache ist zu einem der wichtigsten Propagandathemen rechtsextremistischer Gruppierungen geworden. Das gilt für Parteien wie die „Bürgerbewegung pro NRW“, die NPD, für Neonazi-Gruppen und rechtsextremistische Bands. „Auf Stimmen- und Anhängerfang gehen Rechtsextremisten immer häufiger mit Themen, die in der Mitte der Gesellschaft ankommen sollen. Sie schüren Vorurteile und Intoleranz“, sagte der NRW-Innenminister Ralf Jäger heute (7. Oktober) in Düsseldorf. „Dieser Propaganda müssen wir Aufklärung entgegensetzen. Der Islam gehört zu Deutschland. Davon bin ich überzeugt.“ Die kritische Auseinandersetzung mit islamfeindlicher Hetze steht im Zentrum der soeben erschienenen Publikation „’WIR oder Scharia’? Islamfeindliche Kampagnen im Rechtsextremismus. Analysen und Projekte zur Prävention“. In ihrem Titel greift die Publikation eine Parole der NPD auf, mit der sich die rechtsextremistische Partei im NRW-Landtagswahlkampf vor allem an Jugendliche gewandt hatte. Der Band ist das Ergebnis der Zusammenarbeit des Verfassungsschutzes NRW mit dem Zentrum für Antisemitismusforschung an der Technischen Universität Berlin. Mitherausgeber ist Professor Wolfgang Benz, der langjährige Leiter des Zentrums für Antisemitismusforschung. Das Buch ist aus der Tagung zu diesem Thema hervorgegangen, die die DITIB Begegnungsstätte Duisburg-Marxloh und der Verfassungsschutz NRW im vergangenen Jahr gemeinsam veranstaltet hatten. Es vereint 18 Beiträge aus den Blickwinkeln der Geschichtswissenschaft, der Sozialpsychologie, der Politikwissenschaft, der Islamwissenschaft und der Pädagogik. Universitäre Forschung, pädagogische Praxis und der NRW-Verfassungs-schutz sind gleichrangig daran beteiligt. „Dieses Buch steht für einen Leitgedanken, der die Aufklärungsarbeit des Verfassungsschutzes NRW prägt: Demokratische Netzwerke sind die Basis wirksamer Prävention des Rechtsextremismus – Staat und Zivilgesellschaft sind Partner“, sagte der Minister. Das Buch analysiert Leitmotive, sprachliche Strategien und Erfolgaussichten islamfeindlicher Kampagnen. Die Beiträge zeigen, an welchen Einstellungsmustern Rechtsextremisten anknüpfen möchten – sie analysieren Stereotype, Feindbilder, Verschwörungstheorien und deren Auftreten in Wahlkämpfen, Musiktexten und im Web 2.0. Die Publikation verbindet Analyse mit Impulsen für die demokratische Kultur. Kreative Projekte aus Nordrhein-Westfalen, die der Islamfeindschaft begegnen und Demokratie fördern, stellen ihre Arbeit vor: zum Beispiel die „Schalker Fan-Initiative gegen Rassismus und Diskriminierung – egal wo!“, die die Ausstellung „Geboren in Gelsenkirchen – was ist Heimat?“ entwickelt hat, eine „interkulturelle Theatersoap“ des Schlosstheaters in Moers oder Religiöse Schulfeiern von Juden, Christen und Muslimen an Berufskollegs in Unna. Minister Jäger: „Das Buch ist ein Signal der Gemeinsamkeit in einer vielgestaltigen Gesellschaft in Deutschland. Es ist ein Signal, dass der demokratische Staat und die demokratische Zivilgesellschaft der Ausgrenzung von Musliminnen und Muslimen und anderen Minderheiten wachsam und entschieden entgegentreten. Und es ist ein Signal, das Begegnung, Empathie und Austausch der Anfeindung und Intoleranz gegenüberstellt.“ Benz, Wolfgang und Pfeiffer, Thomas (Hrsg.): „WIR oder Scharia“? Islamfeindliche Kampagnen im Rechtsextremismus. Analysen und Projekte zur Prävention, Wochenschau Verlag, Schwalbach/Taunus 2011 Inhaltsverzeichnis, Vorwort und Einleitung des Bandes sowie Informationen zur Duisburger Tagung stehen hier zur Verfügung: www.mik.nrw.de/verfassungsschutz/aktuelles/wir-oder-scharia.html Ansprechpartner für Rezensionsexemplare ist Raoul Pra in der Pressestelle des Wochenschau-Verlags: raoul.pra@wochenschau-verlag.de

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