NRW-Polizei jagt Drogensünder am Steuer - Behrens: Neue Tests für wirkungsvolle Kontrollen

Pressemitteilungen | 28.07.2003

Innenministerium NRW

Düsseldorf, 26.07.2003

Das Innenministerium teilt mit:

Die Polizei in NRW nimmt Drogensünder am Steuer verstärkt ins Visier. Neue Teststreifen für Speichel- und Schweißproben ermöglichen nun bessere Kontrollen. Ähnlich wie bei einer Alkoholkontrolle bieten Polizisten auffälligen Autofahrern zukünftig einen Drogenvortest an. Bestätigt sich die Annahme, wird eine Blutprobe veranlasst. Innenminister Dr. Fritz Behrens hat landesweit alle Polizeibehörden aufgefordert, das neue Verfahren einzuführen. „Drogenkonsum stellt gerade bei jungen Fahrern ein hohes Risiko dar. Darum klären wir systematisch über die Gefahren auf“, erläuterte Behrens heute in Düsseldorf. „Uneinsichtige spüren wir gezielt mit dem neuen Drogenvortest auf.“

Polizisten nehmen dazu mit einem Teststreifen Speichel- oder Schweißproben. Ein verfärbter Streifen entlarvt jeden, der Drogen konsumiert hat. Neben Cannabis, Heroin und Kokain können auch verschiedene Amphetamine wie Speed und Excstasy nachgewiesen werden. Ein positiver Test erhärtet den anfänglichen Verdacht, so dass eine Blutprobe entnommen wird. Das Polizeitechnische Institut in Münster-Hiltrup hat das Testverfahren erprobt und für zuverlässig befunden.

Allein 2002 wurden in Nordrhein-Westfalen

467 Unfälle unter dem Einfluss von Drogen verursacht, 40 Prozent mehr als vor fünf Jahren.

331 Menschen verunglückten, vier davon tödlich. Dieser statistische Anstieg ist vor allem durch intensivere Kontrollen auf Drogen im Straßenverkehr zu erklären. Die Polizisten wurden systematisch aus- und fortgebildet, um Drogenmissbrauch am Steuer zu erkennen. Abnahme des Reaktionsvermögens, Konzentrations- und Wahrnehmungsstörungen, Pupillenveränderungen und Schweißausbrüche sind einige typische Auffälligkeiten. Die Polizei nahm

14 Prozent mehr Anzeigen auf als im Jahr zuvor und stellte fast 3 000 Blutproben sicher. Das sind rund

350 % mehr als vor fünf Jahren. „Unter Drogeneinfluss stehende Fahrer sind eine Gefahr für alle und deshalb ziehen wir sie aus dem Verkehr“, unterstrich der Minister.

Wer als Autofahrer unter Drogeneinfluss erwischt wird, muss mit einer Geldbuße von 250 Euro,

4 Punkten beim Kraftfahrtbundesamt in Flensburg und einem Fahrverbot von einem Monat rechnen. Stellt die Polizei darüber hinaus Ausfallerscheinungen wie das Fahren in Schlangenlinien oder sonstige Verkehrsverstöße fest, drohen eine Freiheitsstrafe oder eine empfindliche Geldstrafe sowie der Entzug des Führerscheins.

 

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