Neue Initiativen zur Prävention von Gewalt und Kriminalität - Behrens: Vorbeugen ist besser als Heilen - Landespräventionsrat Nordrhein-Westfalen zieht erste Bilanz

Pressemitteilungen | 05.05.2004

Innenministerium NRW

Düsseldorf, 05.05.04

„Die Kriminalprävention wird für unser Land immer bedeutsamer“, erklärte Innenminister Dr. Fritz Behrens heute in Düsseldorf. „Auch in der Kriminalitätsbekämpfung gilt: Vorbeugen ist besser als Heilen. Es ist viel schwieriger und teurer, Straftäter in geordnete Bahnen zu lenken, als sich frühzeitig für die Integration und Persönlichkeitsstärkung der Menschen einzusetzen, damit sie gar nicht erst zu Straftätern werden.“ Der Minister fordert deshalb die Polizeibehörden auf, Kriminalprävention bei ihren strategischen Planungen und Konzepten intensiver zu berücksichtigen. Als beispielgebend stellte er Projekte vor, die Polizei, Schule, Kommunen und andere Präventionsstellen tragen. Der Landespräventionsrat bilanziert jetzt erstmals, wie er solche Projekte in seiner fast zweijährigen Arbeit landesweit erarbeitet, vernetzt und propagiert hat.

· Die Präventionsarbeit müsse bei den Jüngsten anfangen. Deshalb stellte der Minister das Projekt „Es geht um uns – Kinder!“ heraus, das derzeit in Grundschulen in Wuppertal erfolgreich umgesetzt wird. Ziel dieses gemeinsamen Projektes von Polizei, Schule und Stadt ist es, den Kindern der Klassen 2 und 3 ein gewaltfreies Miteinander beizubringen. Hauptakteure sind dabei die beiden Handpuppen Jim und Lucy. Die Eltern werden an einem Eltern-Kind-Nachmittag eingebunden.

· Auch das von der Polizei in Viersen gemeinsam mit mehr als zehn Schulen um-gesetzte „Anti-Bullying-Projekt“ will junge Menschen frühzeitig von Gewalt und kriminellen Handlungen abbringen. „Bullies“ – das sind Schüler, die ihre Mitschüler tyrannisieren, quälen, piesacken oder mobben. In solchen Fällen soll das Opfer entscheiden, ob es sich um Gewalttaten handelt. Gemeinsam erarbeiten Lehrer, Opfer, Täter und deren Eltern Strategien, um die Probleme friedlich zu lösen.

Der Landespräventionsrat NRW startet in diesem Jahr zwei Modellprojekte zur Prävention von Gewalt und Kriminalität bei Kindern und Jugendlichen:

· In der Robert-Wetzlar-Berufsschule Bonn unterstützt er gemeinsam mit der Industrie- und Handelskammer junge Schülerinnen ohne Schulabschluss. Prof.

Michael Walter, Vorsitzender des Landespräventionsrates und ausgewiesener Ex-perte von Jugendkriminalität: „Soziale Ausgrenzung und das Gefühl der Hilflosigkeit können kriminelle Übergriffe und Gewalt auslösen.“ Den Schülerinnen in Bonn hilft man deshalb beim Schulabschluss und auf dem Weg ins Berufsleben.

· In der Grundschule an der Viktoriastraße in Essen-Katernberg fördert der Lan-despräventionsrat junge Schüler aus einem stark sozial benachteiligten Stadtgebiet. Hier leben viele Menschen ausländischer Herkunft und Erwerbslose. „Sprachschwierigkeiten und Konzentrationsstörungen bis hin zu ganz konkreten Auswirkungen von Armut bilden leicht einen Nährboden für kriminelle Auswüchse“, sagte Prof. Walter. Der Landespräventionsrat hilft gemeinsam mit örtlichen

Initiativen, der Schulbehörde und der örtlichen Wirtschaft, Bildung und Persönlichkeitsreifung im schulischen Programm umzusetzen.

Die Gewalt gegen alte Menschen bildet einen besonderen Schwerpunkt in der Arbeit des Landespräventionsrates. „In einer zunehmend älter werdenden Gesellschaft richtet sich auch die Kriminalität stärker gegen schutzbedürftige Menschen“, sagte Prof. Walter. Die Szenarien erstreckten sich vom Handtaschenraub über Betrugsversuche an der Haustüre bis zur Gewalt gegen ältere Menschen in Pflegesituationen. Bislang versteckte Gewalt und Kriminalität werden in einem Modellprojekt genauer erforscht. Ziel sind vorbeugende Initiativen.

„Mit seiner Arbeit ist der Landespräventionsrat Trendsetter“, betonte der Innenminister. Das Land habe längst umgesetzt, was von der EU zum Thema Kriminalprävention gefordert werde. Die Polizei habe sich zu einem zunehmend wichtigen Partner der Präventi-onsträger entwickelt. In vielen Fällen sei sie in der kommunalen Prävention Vorreiter. „Wir haben in NRW heute nahezu 700 kriminalpräventive Gremien, die vor Ort in zahlrei-chen Projekten sehr erfolgreiche Arbeit leisten“, sagte Behrens.

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