Innenminister Behrens: Prävention packt Kriminalität an ihrer Wurzel - 50 kriminalpolizeiliche Beratungsstellen in NRW helfen

Pressemitteilungen | 05.03.2004

Innenministerium NRW

Düsseldorf, 05.03.2004

Das Innenministerium informiert:

„Ist das Kind erst einmal in den Brunnen gefallen, ist es zu spät. Wir müssen Kriminalität bei der Wurzel packen.“ Darauf wies Innenminister Dr. Fritz Behrens heute bei der Eröffnung der kriminalpolizeilichen Beratungsstelle im Polizeipräsidium Wuppertal nachdrücklich hin. „Neben der Strafverfolgung und dem Opferschutz ist Vorbeugung daher die wichtige Säule bei der Bekämpfung der Kriminalität.“ Die Polizei sei eben nicht bloß eine reine Strafverfolgungsbehörde. „Die Prävention haben wir uns groß auf die Fahnen geschrieben“, erklärte Behrens.

Ob Wohnungseinbruch, Taschendiebstahl oder Verkehrssicherheit – in den insgesamt 50 kriminalpolizeilichen Beratungsstellen in Nordrhein-Westfalen finden die Menschen Rat, wie sie sich vor Straftaten schützen können. Speziell ausgebildete Polizeibeamtinnen und –beamte stehen zu persönlichen Gesprächen bereit, suchen aber auch selbst den Kontakt mit dem Bürger. Puppenspiele in Kindergärten, Vorträge vor Vereinen und Versammlungen sowie Hausbesuche zur Information über Sicherheitstechnik sind nur einige der zahlreichen Mittel zur Aufklärung und Vorbeugung.

Darüber hinaus helfen Präventionsprojekte, die sowohl einzelne Problemfelder wie Gewalt oder Drogen als auch das soziale Umfeld aller Akteure einbeziehen, Kriminalität im Keim zu ersticken. „Rechtzeitiges Gegensteuern ist wichtig“, betonte der Innenminister. „Dies ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe.“ Behrens verwies darauf, dass nicht nur Polizisten, sondern auch Eltern, Kindergärtner, Lehrer und private Initiativen ihren Teil dazu beitragen können. „Das Polizeipräsidium Wuppertal geht ebenfalls diesen Weg, es setzt Impulse.“

Der Erfolg lässt sich messen: Bei den Deliktsarten, zu denen die Beratungsstellen in NRW die meiste Präventionsarbeit leisten, sind die Kriminalitätszahlen rückläufig. Mit Hilfe von Informationen zum besseren Schutz des eigenen Hauses und Autos reduzierte sich die Zahl der Wohnungseinbrüche im Jahr 2003 im Vergleich zum Vorjahr um 4,8 % und die der Autoaufbrüche um 4,3 %. So wenige Fälle von Autodiebstahl wie im vergangenen Jahr gab es seit Beginn der Erfassung gestohlener Autos im Jahr 1963 nicht mehr – die Quote sank um 11 % im Vergleich zum Vorjahr. Die Präventionsprojekte für Kinder und Jugendliche tragen ebenfalls Früchte: Die Zahl der Tatverdächtigen unter 21 Jahren war 2003 um 1,3 % niedriger als noch 2002. Darüber hinaus nahmen auch Straßenkriminalität (um 2,2 %) sowie die Zahl der Diebstähle (um 1 %) ab.

Die örtliche Prävention der Beratungsstellen in NRW erfolgt in Zusammenarbeit mit den etwa 700 kriminalpräventiven Gremien, die in zahlreichen Projekten erfolgreiche Arbeit leisten. Hierbei werden sie durch das Bindeglied Landespräventionsrat NRW, den die Landesregierung im April 2002 ins Leben gerufen hat, unterstützt. Die Beratungsstellen selbst sollen auch als Raum dienen, in dem Polizei und Präventionsträger aus anderen gesellschaftlichen Bereichen gemeinsam Lösungen zur Verhütung von Straftaten entwickeln können. „Die anschließende Bewertung der Wirkung von Projekten ist ebenso wichtig wie die Projekte selbst“, so Behrens. „So werden die Voraussetzungen geschaffen, kriminalpräventive Projekte noch effizienter zu gestalten.“

 

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