Deutsche Polizisten sollen Hooligans bei EM Lust auf Randale verderben - Schily und Behrens: Internationale Anerkennung für die Kompetenz der deutschen Polizei

Pressemitteilungen | 11.06.2004

Innenministerium NRW

Berlin/Düsseldorf 11.06.2004

Rund 20 deutsche Polizeiexperten sollen deutschen Hooligans „die Lust auf Randale“ bei der Fußball-Europameisterschaft in Portugal verderben. Die in der Fußballfanszene kundigen Polizisten aus neun Bundesländern sowie von Bundesgrenzschutz (BGS) und Bundeskriminalamt (BKA) arbeiten eng mit den portugiesischen Sicherheitsbehörden zusammen

„Unsere Polizeiexperten kennen die Gesichter und Vorgehensweisen der gewaltbereiten Randalierer aus ihrer Arbeit in den heimischen Fußballstadien. Mit ihrem Know-how werden sie ihre portugiesischen Kollegen wirksam unterstützen, damit die Fußball-Europameisterschaft vor allem auf sportlichem Gebiet Schlagzeilen macht. Wir werden mit unserem Unterstützungskonzept alles daran setzen, zu verhindern, dass sich deutsches Gewaltpotenzial bei der EM in Szene setzen kann,“ erklärte Bundesinnenminister Otto Schily heute in Berlin.

„Die Polizisten werden auf der Straße und in den Stadien offen präsent sein. Das soll schon einen großen Teil der gewaltbereiten Fußball-Fans abschrecken“, erläuterte NRW-Innenminister Dr. Fritz Behrens in Düsseldorf das Konzept zur Gewaltvermeidung. „Wer dennoch randaliert, wird von der portugiesischen Polizei schnell aus dem Verkehr gezogen.“

Die deutsche Delegation leitet Polizeirat Andreas Morbach aus Düsseldorf. Der 39-Jährige ist stellvertretender Leiter der „Zentralen Informationsstelle Sporteinsätze“ beim nordrhein-westfälischen Landeskriminalamt (LKA). Spezialisten von BKA und BGS beraten ihre portugiesischen Kollegen und halten Kontakt zur deutschen Botschaft in Lissabon sowie zu den Sicherheitsbehörden in Deutschland. Szenekundige Polizeibeamte aus Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Bremen, Hamburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen und Nordrhein-Westfalen werden gemeinsam mit portugiesischen Polizisten vor Ort eingesetzt. Dort sollen die nicht uniformierten Beamten präventiv auf die bekannten deutschen Hooligans einwirken und Straftäter identifizieren. „Die deutschen Fußball-Chaoten müssen wissen, dass sie nicht ungesehen Straftaten begehen und dem Ansehen Deutschlands schaden können“, unterstrich Schily.

Bereits im Vorfeld der Europameisterschaft haben die Polizeien der Länder Maßnahmen getroffen, um die Anreise von Gewalttätern nach Portugal möglichst zu verhindern. So wurden beispielsweise bekannte Hooligan-Treffpunkte überwacht und gewaltbereite Fußballanhänger direkt angesprochen. Behrens: „Bei überraschenden Hausbesuchen machen die Polizisten den Fußball-Chaoten unmissverständlich klar: Wir haben euch im Auge.“ Der BGS kontrolliert verstärkt den deutschen Grenzraum mit Schwerpunkt Flughäfen und Bahnhöfe, um die Ausreise bekannter und gewaltbereiter Hooligans zu verhindern.

Schon vor zwei Jahren war eine deutsche Polizeidelegation zur Fußball-Weltmeisterschaft nach Japan und Südkorea gereist. „Damals haben die Polizisten vor allem über das Phänomen Hooliganismus informiert und den Sicherheitsbehörden Tipps zum Umgang mit den Krawallmachern gegeben,“ erklärte Minister Behrens. In diesem Jahr sehe die Aufgabenstellung laut Bundesinnenminister Schily anders aus: „In Europa hat man leider mit Fußball-Rowdies schon viele negative Erfahrungen machen müssen. In Portugal steht die direkte Zusammenarbeit mit der örtlichen Polizei im Vordergrund.“

Beide Minister lobten den engagierten Einsatz der Polizeiexperten. „Die szenekundigen Beamten leisten hervorragende Arbeit. Dennoch kann nicht jeder Krawallmacher im Vorfeld dingfest gemacht werden. Darum ist die enge Zusammenarbeit vor Ort so wichtig,“ hob Minister Behrens hervor.

Bundesinnenminister Schily betonte, dass die Einbeziehung der deutschen Sicherheitskräfte in die präventive Polizeiarbeit der Portugiesen die hohe Anerkennung der fachlichen Kompetenz der deutschen Polizei zeige.

 

 

 

 

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