BIENE summt wieder - Aktion Mensch startet Wettbewerb 2004 für beste deutschsprachige barrierefreie Webseiten - Polizei NRW 2003 erster Preisträger - Innenminister Behrens: Stellen uns der Herausforderung und treten als Titelverteidiger an!

Pressemitteilungen | 22.03.2004

Innenministerium NRW

Hannover, 22.03.04

Die Stiftung Digitale Chancen und die Aktion Mensch haben heute auf der CEBIT in Hannover den Startschuss zum diesjährigen BIENE-Wettbewerb für die besten deutschsprachigen barrierefreien Webseiten gegeben. Dabei steht BIENE für "Barrie-refreies Internet eröffnet neue Einsichten". "Dem BIENE-Award liegt die Erkenntnis zu Grunde, dass Menschen mit Behinderungen die Vorreiter der Umsetzung technischer Standards im Internet sind", erklärte der Geschäftsführer der Aktion Mensch, Dieter Gutschick. Teilnehmen können Betreiber und Gestalter deutschsprachiger Webangebote in den Kategorien E-Commerce, E-Government, Kultur und Gesell-schaft, Wissenschaft und Forschung sowie Medien. Die Wettbewerbsbeiträge müssen bis zum 1. August einreicht werden

Von den über 170 Bewerbern des ersten Wettbewerbs 2003 erhielt einzig die Polizei NRW eine Goldene BIENE. „Die Polizei NRW zeigt mit ihrem Webangebot beispiel-haft, dass gutes Design, Funktionalität und Zugänglich für alle realisierbar sind“, lobte Gutschick. NRW-Innenminister Dr. Fritz Behrens kündigte an: "Wir stellen uns der Herausforderung und treten als Titelverteidiger wieder an!"

Prof. Herbert Kubicek, Wissenschaftlicher Direktor der Stiftung Digitale Chancen, erklärte: "Menschen mit Behinderungen nutzen das Internet, um zu kommunizieren und sich zu informieren. Das Leben erleichtern können ihnen insbesondere

Transaktionsangebote im Bereich von E-Commerce und E-Government. Hier gibt

es Erfolg versprechende Beispiele wie das Internetportal der Polizei NRW."

"Barrierefreies Webdesigns lohnt sich: Zum einen wirtschaftlich, da eine höhere Reichweite bei geringeren Kosten erzielt werden kann. Zum anderen gesellschaftlich, da es neue Wege zur Teilhabe am sozialen, beruflichen und politischen Leben für alle Menschen ermöglicht", betonte Gutschick. Da immer mehr User andere Ausga-begeräte als Monitor und Tastatur nutzten, garantiert das Internet für Menschen mit Behinderung Zugänglichkeit für alle. Web-Präsenzen, die zum Beispiel für Braillezeile und Screenreader zugänglich sind, sind auch über Handy, PDA oder Auto-Bordcomputer zu erreichen. Davon profitieren neben den Nutzern auch die Anbieter, weil barrierefreies Webdesign oft Kosten spart.

"Auf dem Weg zum barrierefreien Internet liegt noch eine gute Strecke vor uns", meinte Gutschick. Zwar habe die Beteiligung 2003 deutlich die Erwartungen übertrof-fen, doch habe der Wettbewerb auch deutlich die Defizite offenbart. "Trotz zahlreicher Einsendungen konnte zum Beispiel in der Kategorie E-Commerce kein Award verliehen werden“, erklärte der Geschäftsführer der Aktion Mensch. "Hier müssen die Anbieter in ihrem eigenen Interesse 2004 zu einem qualitativen Sprung ansetzen", so Gutschick. Darüber hinaus würden aber auch viele neu gestaltete Angebote von Behörden noch erhebliche Mängel aufweisen.

"Ein barrierefreies Internetangebot ist für öffentliche Verwaltungen, Behörden oder Ministerien zwingende Notwendigkeit in einer sich rasant wandelnden Gesellschaft", erklärte Behrens. "Nur eine uneingeschränkte und barrierefreie Nutzung der neuen Kommunikationstechnologien garantiert künftig allen Menschen, am sozialen, beruflichen und kulturellen Leben teilnehmen zu können". Im Rahmen des E-Government sei es unumgänglich, dass ins Internet verlagerten Angebote auch tatsächlich von allen genutzt werden könnten.

 

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