Behrens: DNA-Analyse bringt immer mehr Täter hinter Gitter - "Einsatz auch bei Massenkriminalität" -

Pressemitteilungen | 04.08.2003

Innenministerium NRW

Düsseldorf, 04.08.2003

Das Innenministerium teilt mit:

Die nordrhein-westfälische Polizei hat ihren bundesweiten Spitzenplatz beim Einsatz der DNA-Analyse weiter ausgebaut. Von Januar bis Juni 2003 hat das Landeskriminalamt (LKA) 1 859 an Tatorten gesicherte Spuren in die DNA-Analyse-Datei eingespeichert. Dies sind rund 700 Spuren mehr als im ersten Halbjahr 2002. Dadurch wurden 590 Tatverdächtige (plus 381) ermittelt. „Jede dritte Speicherung führte zur Aufklärung der Tat. Die neuorganisierte Spurensicherung in den Polizeibehörden wird immer erfolgreicher“, erklärte Innenminister Dr. Fritz Behrens heute (04.08.) in Düsseldorf. Seit Ende 2001 erfolgt die Spurensicherung an den Tatorten zentral durch die Spezialisten des Erkennungsdienstes der nordrhein-westfälischen Polizeibehörden.

„Die DNA-Analyse hilft der Polizei, immer mehr Kriminelle hinter Gitter zu bringen, die früher unentdeckt geblieben wären“, betonte der Innenminister. Dies dürfe nicht nur für schwere Straftaten gelten, sondern auch für die Massenkriminalität, wie bei Einbrechern und Autoknackern. „Die Menschen haben ein Recht darauf, dass auch weniger schwere Delikte aufgeklärt werden.

Ermittlungen aufgrund von DNA-Analysen setzen sich aus zwei Bausteinen zusammen:

· Zum einen werden in der beim Bundeskriminalamt geführten DNA-Analyse-Datei DNA-Muster von gefährlichen Tätern gespeichert, um sie später nach ungeklärten Straftaten identifizieren zu können. Mit diesen Daten werden fortlaufend an aktuellen Tatorten gesicherte Spuren verglichen. Vor allem überörtliche Intensivtäter können so erst geschnappt werden. Am 1. Juli 2003 waren insgesamt 35 245 Personen und

7 979 Spuren aus Nordrhein-Westfalen in der bundesweiten DNA-Analyse-Datei gespeichert.

· Zum erfolgreichen Einsatz der DNA-Analyse tragen zweitens die Falluntersuchungen bei. Dabei vergleichen Wissenschaftler an Tatorten gesicherte DNA-Spuren unmittelbar mit Speichelproben Verdächtiger. Auf diese Weise klärten die Kriminalisten in Nordrhein-Westfalen von Januar bis Juni dieses Jahres 368 Straftaten (1. Hälfte 2002: 167 Delikte) auf. „Damit hat sich die DNA-Analyse auch außerhalb der DNA-Analyse-Datei zu einem wirkungsvollen Instrument der Kriminalitätsbekämpfung entwickelt“, meinte Behrens.

Die von Kritikern beschworene Gefahr des Missbrauchs durch die DNA-Analyse geht an der Realität vorbei“, so Behrens. Bei der DNA-Analyse werden standardmäßig nur funktionslose Wiederholungseinheiten der nicht-codierenden DNA untersucht. Das Ergebnis lässt keine Rückschlüsse auf Krankheiten, Alter, Herkunft oder andere persönliche Merkmale außer dem Geschlecht zu. Gespeichert werden in der DNA-Analyse-Datei nur die DNA-Identifizierungsmuster. Dies sind reine Ziffernfolgen. Die DNA-Proben selbst werden nach der Feststellung der Muster vernichtet.

Durch die Speicherung und Bestimmung des DNA-Identifizierungsmusters werden Persönlichkeitsrechte nicht verletzt. „Niemand wird mit der DNA-Analyse genetisch ausgeforscht. Persönlichkeitsmerkmale des Einzelnen bleiben unangetastet“, verteidigte Behrens die DNA-Analyse gegen Kritik.

 

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