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Erste Erfolge für das Präventionsprojekt "Wegweiser" gegen gewaltbereiten Salafismus - Innenminister Jäger: Ziel ist es, den Einstieg junger Menschen in diese Szene zu verhindern

Pressemitteilungen, Verfassungsschutz | 29.10.2014

Ein halbes Jahr nach dem Start des Präventionsprojektes „Wegweiser - gemeinsam gegen gewaltbereiten Salafismus“ in NRW berichten die Beteiligten über erste positive Erfahrungen. „Die vielen Nachfragen von besorgten Angehörigen, Freunden oder auch Lehrern zeigen: Das Projekt wird angenommen“, erklärte NRW-Innenminister Ralf Jäger heute beim Besuch der „Wegweiser“-Anlaufstelle des IFAK e.V. in Bochum. In den „Wegweiser“ - Anlaufstellen in Düsseldorf, Bochum und Bonn wenden sich pro Woche über 40 Hilfesuchende an die Berater. In Bochum arbeiten die Sozialarbeiter zurzeit mit sechs Jugendlichen besonders intensiv, um ihre Radikalisierung zu stoppen. „Wir haben genau den richtigen Weg eingeschlagen und werden diesen konsequent fortsetzen“, unterstrich Jäger. Weitere Kommunen werden im nächsten Jahr hinzukommen.

„Wegweiser ist als umfassendes Präventionsprojekt konzipiert“, erläuterte der Minister. „Es setzt früher an und wirkt breiter als jedes Aussteigerprogramm. Wegweiser nimmt die Ursachen in den Blick.“ Ziel von „Wegweiser“ ist es, den Einstieg junger Menschen in die gewaltbereite salafistische Szene zu verhindern. „Wegweiser“ leistet dabei passgenaue und unmittelbare Hilfe. Persönliche Betreuer vor Ort „weisen den Weg“. Hilfe bei schulischen Problemen gehört ebenso dazu wie Unterstützung bei der Arbeitsplatzsuche. „Mir ist besonders wichtig, dass das Programm vor Ort umgesetzt wird“, erläuterte Jäger.

Eine Problemlösung findet sich oft bereits im Gespräch mit den Ratsuchenden. Wegweiser bietet einen Ansprechpartner, der zuhört und sich verantwortlich kümmert. Wenn nötig werden weitere Fachleute einbezogen. Bei einigen gefährdeten Jugendlichen erreichte „Wegweiser“ so bereits positive Entwicklungen: Sie gehen wieder zur Schule oder haben wieder einen guten Kontakt zu ihrer Familie. Für den Innenminister ein gutes Signal: „Das Konzept einer Anlaufstelle vor Ort greift. Die Kompetenz wird wahrgenommen und genutzt. Eine wichtige Voraussetzung, um junge Menschen vor dem Abgleiten in die Radikalisierungsfalle zu bewahren.“

Wichtig ist auch religiöse Toleranz. „Wegweiser akzeptiert religiöse Überzeugungen, aber keine Gewalt zur Durchsetzung extremistischer Ziele“, betonte Jäger. Gleichzeitig stellte er klar: “Die große Mehrheit der hier lebenden muslimischen Menschen verurteilt den gewaltbereiten Salafismus.“

Die aggressive Internetpropaganda von Djihadisten führt dazu, dass die gewaltbereite salafistische Szene immer mehr Zulauf von jungen Menschen erhält. Immer mehr von ihnen reisen in die Krisengebiete aus. „Wir müssen alles daran setzen, diese Entwicklungen zu stoppen und die Jugendlichen für unsere Gesellschaft zurück zu gewinnen“, unterstrich der Minister. „Dabei hilft unser Präventionsprojekt Wegweiser.“

 

 

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