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Crash Kurs mit Gebärdensprache - Bundesweit einmalige NRW-Präventionskampagne gegen Verkehrsunfälle jetzt auch für Gehörlose

Pressemitteilungen, Polizei | 28.01.2014

Bundesweit einzigartig hat die NRW-Polizei heute (28.1.) einen "Crash Kurs NRW - Realität erfahren. Echt hart." für Gehörlose gestartet. Mit Hilfe der Gebärdensprache wurden Schülerinnen und Schüler des Rheinisch-Westfälischen Berufskollegs in Essen für die Gefahren des Straßenverkehrs sensibilisiert. "Innovative Ideen sind hilfreich, um so viele Heranwachsende wie möglich aufzurütteln", sagte Innenminister Ralf Jäger. "Unser Ziel ist, dass weniger junge Menschen bei Verkehrsunfällen verletzt oder getötet werden. Mir gefällt es außerordentlich gut, dass die Gebärdensprache auch beim 'Crash Kurs NRW' angewandt wird."

Mit allen Sinnen am Straßenverkehr teilzunehmen, ist für die meisten Menschen selbstverständlich. Aber auch junge, gehörlose Erwachsene sind mobil. Deshalb entwickelte die Essener Polizei ein Konzept gemeinsam mit der LVR-Förderschule und Gebärdendolmetschern, die die speziellen Bedürfnisse dieser Menschen berücksichtigt. Dabei werden insbesondere Untertitel und Gebärdensprache eingesetzt. Das Besondere an "Crash Kurs NRW" ist, dass Jugendliche emotional angesprochen und bewegt werden. "Den Heranwachsenden wird drastisch vor Augen geführt, dass sie Verantwortung tragen, wenn sie sich im Straßenverkehr bewegen. Dies gilt nicht nur für den Fahrer, sondern auch für diejenigen, die sich zu ihm ins Auto setzen", mahnte der Minister. Das Konzept richtet sich direkt an Oberstufenschüler im Alter von 16 bis 19 Jahren.

Bislang haben bereits über 200.000 Jugendliche an "Crash-Kurs-Veranstaltungen" teilgenommen. Überhöhte Geschwindigkeit, das Nichtanlegen des Sicherheitsgurtes, der Konsum von Alkohol und Drogen: Das sind in über 50 Prozent aller Fälle die Ursachen, warum Menschen im Straßenverkehr zu Tode kommen oder schwer verletzt werden. Um die Schülerinnen und Schüler für die Gefahren im Straßenverkehr zu sensibilisieren, schildern Polizisten, Rettungssanitäter, Notärzte, Notfallseelsorger und Angehörige von Unfallopfern als direkt Betroffene die Ursachen von Verkehrsunfällen sowie die oftmals schrecklichen Folgen. "War das nötig?", diese Fragen stellten sich beispielsweise Rettungssanitäter nach einem Verkehrsunfall bei dem fünf junge Menschen gestorben sind. "Ich habe Angst davor, dass ich nicht rechtzeitig da bin. Ich habe Angst davor, dass ihr euch im Auto nicht anschnallt. Der, der aus dem Fahrzeug hing, und der, der auf der Straße lag, die beiden können nicht angeschnallt gewesen sein, sonst wären sie da nicht hingekommen", legte einer der Rettungssanitäter bei einer Veranstaltung dar. "Die Schilderungen der persönlichen Erlebnisse gehen unter die Haut. Ohne erhobenen Zeigefinger führen die Betroffenen den jungen Leuten vor Augen, dass Unfälle nicht einfach passieren, sondern die Folge von Regelverstößen sind. Die Akteure machen deutlich, dass es eben auch Situationen gibt, in denen niemand mehr Unfallopfern helfen kann", erklärte Jäger. Weitere Informationen finden Sie unter: www.crashkurs.nrw.de

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