Verfassungsschutz

Fritz Tejessy

  • 1895 in der Donaumonarchie als Sohn eines jüdischen Kaufmanns geboren

  • 1914-1918 Österreichischer Offizier

  • Nach 1918 Journalist, Chefredakteur des "Kasseler Volksblattes" Mitte der 20er Jahre bis 1932 (Preußenschlag): Im Preußischen Staatsdienst Personalreferent der politischen Polizei des Polizeipräsidiums Berlin, das für für ganz Preußen zuständig war

  • 1933 Emigration in die Tschechoslowakei

  • 1938 Emigration in die USA; dort tätig als Wollweber

  • 1.12.1949 bis 31.12.1960 Leiter des Verfassungsschutzes NRW

Linie und Arbeitsweise des nordrhein-westfälischen Verfassungsschutzes wurden wesentlich durch den ersten Leiter, Fritz Tejessy, geprägt.

Bei seiner Arbeit kam ihm zugute, daß er die Repräsentanten der Weimarer Republik zum Teil persönlich kannte. Er kannte auch die führenden Funktionäre der KPD und der NSDAP, deren Strategien und ideologische Positionen.

Tejessy wurde schnell zu einer anerkannten Autorität auf dem Gebiet des Verfassungsschutzes in der Bundesrepublik. Dazu trugen einerseits seine persönlichen Fähigkeiten, sein scharfer Verstand, die Formulierungskraft eines routinierten Journalisten, politische Erfahrung und großer Fleiß bei und andererseits eine bundespolitische Entwicklung: Das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) war durch den spektakulären Übertritt des ersten Präsidenten, Otto John, in die DDR längere Zeit politisch geschwächt.

Aus Altersgründen trat Tejessy am 31. Dezember 1960 in den Ruhestand