Verfassungsschutz

Methoden der Spionage haben sich verändert

Zu den Arbeitsmethoden fremder Nachrichtendienste gehören sowohl die offene Informationsbeschaffung als auch die konspirative, verdeckte Nachrichtenbeschaffung.

Heute lassen sich aus den der Allgemeinheit zur Verfügung stehenden Quellen Informationen beschaffen, die früher nur über Agenten zu erlangen waren.

Die Methoden der Spionage haben sich daher im Laufe der Jahre teilweise verändert. Das frühere aggressive Vorgehen bei der Gewinnung von Agenten, zum Beispiel durch Erpressung/Nötigung, ist zwar immer noch anzutreffen, jedoch mehr dem Prinzip der freiwilligen Mitarbeit gewichen. Informationen werden möglichst offen beschafft, um das Risiko der Entdeckung gering zu halten. Die weltweit offen zugänglichen Datenbanken, die Führung von Gesprächen anlässlich von Tagungen, Messen, Botschaftsempfängen usw. bieten einen enormen Informationsfundus.

Auch die Auswertung "offener" Quellen genießt immer größere Bedeutung. Hierzu zählen zum Beispiel die systematische Erfassung von wissenschaftlichen Forschungsberichten, Diplomarbeiten, Fachliteratur, Werkszeitungen, Handbüchern, Dokumentationen und Werbe- beziehungsweise Informationsmaterial.

Der Wandel vom nur noch sporadischen Einsatz von Toten Briefkästen, Steckdornen, Agentenfunk und präparierten Containern hin zur Nutzung der vielfältigen Möglichkeiten modernster Kommunikationstechnik, stellt die Spionageabwehr zunehmend vor neue Aufgaben. Die Übermittlung geheimer Nachrichten über Internet und andere elektronische Datenübermittlungsverfahren ist heute wesentlich schneller und vor allem mit weniger Risiko möglich. Datenträger sind auf Knopfdruck genauso schnell geschrieben wie gelöscht. Spuren und Beweismittel bleiben kaum zurück.

Die global über Satelliten abgewickelte Kommunikation ist vor fremdem Zugriff heute nur selten geschützt und kann gezielt abgehört werden. Auch hier bleiben keine Spuren zurück. Gleichwohl können die fremden Nachrichtendienste nicht auf menschliche Quellen verzichten, denn einen Agenten im Zielobjekt kann die elektronische Aufklärung nicht ersetzen.