Verfassungsschutz

Wehrsport

Unter Wehrsport werden paramilitärische Übungen wie Gelände- und Orientierungsmärsche, Angriffs- und Verteidigungstaktiken, aber auch Schießtraining und Nahkampfausbildung gefasst. In diesem Zusammenhang werden gelegentlich auch sogenannte "Gotcha-Spiele" veranstaltet, bei denen Pistolen mit Farbkugeln als Munition eingesetzt werden. Diese "Gotcha-Spiele" werden, sofern sie in der Öffentlichkeit stattfinden, bei bekannt werden als Verstoß gegen die öffentliche Ordnung gewertet und in Nordrhein-Westfalen durch Ordnungsverfügung nach dem Ordnungsbehördengesetz (OBG) untersagt. Hinzu kommt, dass für das Führen einer Farbmarkierungswaffe in der Öffentlichkeit gemäß Waffengesetz ein Waffenschein erforderlich ist.

Wehrsportübungen sind im Grunde nicht rechtsextremistisch, werden aber gern von neonazistischen Gruppen veranstaltet, die damit ihren Hang zum Militär und militärischen Verhaltensweisen ausleben. Darüber hinaus sehen Neonazis in Wehrsport-Aktivitäten Vorbereitungshandlungen für die von ihnen angestrebte Stunde "Null", in der sie als "Avantgarde" ein neues, nationalsozialistisches System errichten wollen.

Wie schnell sich wehrsportliche, rechtsextremistisch geprägte Aktivitäten zum Rechtsterrorismus entwickeln können, zeigt das Beispiel der "Wehrsportgruppe Hoffmann", die vom Bundesinnenminister als eine gegen die verfassungsmäßige Ordnung gerichtete Vereinigung am 16. Januar 1980 verboten wurde.

In Nordrhein-Westfalen bestehen fest gefügte rechtsextremistisch ausgerichtete Wehrsportgruppen derzeit nicht, gleichwohl sind Wehrsportaktivitäten gelegentlicher Bestandteil neonazistischer Kameradschaftsaktivitäten.