Verfassungsschutz

Nation

Der Begriff Nation leitet sich vom lateinischen Wort "natio" ab, das mit "Volk", "Volksstamm", "Geburt", "Abstammung", "Geschlecht" oder "Stamm" übersetzt werden kann.

In der politischen Diskussion wird Nation heute sehr unterschiedlich gebraucht, häufig im demokratischen Sinne. In einer eng an ethnisch-völkische Faktoren gebundenen Bedeutung zählt Nation zu den Kernbegriffen des Rechtsextremismus.

In der Tradition der Französischen Revolution meint Nation vor allem eine bewusste und gewollte politische Gemeinschaft von Menschen, die innerhalb gemeinsamer Staatsgrenzen leben, mehrheitlich eine gemeinsame Sprache sprechen und eine gemeinsame Geschichte haben (Staatsnation). Zu einer solchen Gemeinschaft können auch Menschen anderer Sprache und Herkunft gehören. Auf rein subjektive Merkmale stellt eine Definition ab, die Nation als Resultat des Willens von Menschen zur Zusammengehörigkeit und des Gemeinschaftsgefühls begreift. Somit stelle die Zugehörigkeit zur Nation ein "tägliches Plebiszit" dar (Ernest Renan). In diesem Sinne bleiben alle Merkmale wie Abstammung oder Sprache außer Betracht.

Nation kann aber auch als eine Gemeinschaft von Menschen mit gemeinsamen objektiven Merkmalen verstanden werden, etwa Sprache, Kultur oder Religion (Kulturnation). Staatsgrenzen sind in diesem Fall unerheblich. Dieses Verständnis prägte die deutsche Nationalbewegung des 19. Jahrhunderts, die die Aufteilung in Kleinstaaten überwinden und eine Verfassung durchsetzen wollte.

Im rechtsextremistischen Sinne definiert sich Nation durch die Abstammung der Menschen, die somit eine ethnisch homogene Gemeinschaft bilden. Volk und Nation werden gleichgesetzt und mythisch überhöht, jegliche heterogenen Einflüsse sollen vermieden oder beseitigt werden (völkischer Nationalismus). Als Ziel steht Rechtsextremisten häufig eine streng hierarchisch strukturierte "Volksgemeinschaft" vor Augen.