Verfassungsschutz

Autonome Linksextremisten

Sitz/Verbreitung

Landesweite Verteilung mit lokalen Schwerpunkten in Ballungszentren. Regelmäßige zeit- und ortsgebundene Veranstaltungen gibt es in Nordrhein-Westfalen nicht.

Gründung/Bestehen seit

Ende der 1970er- bzw. Anfang der 1980er-Jahre aus Ausläufern der Studentenbewegung der 1968er-Jahre, der „Sponti-Szene" der 1970er-Jahre und der Punk-Subkultur entstanden

Mitgliederzahl

Rund 970 Mitglieder in Nordrhein-Westfalen

Grund der Beobachtung / Verfassungsfeindlichkeit

Der Wunsch nach einem selbstbestimmten Leben ohne Staat und gesellschaftliche Zwänge bedingt, dass Autonome staatliche und gesellschaftliche Normen ablehnen. Der demokratische Rechtsstaat wird von ihnen als Zwangssystem bekämpft. Insbesondere Rechtsextremisten, aber zum Teil auch demokratischen Parteien und Organisationen beziehungsweise deren Vertretern werden von Linksautonomen durch die Verfassung garantierte Grundrechte, insbesondere die Versammlungsfreiheit, abgesprochen. Gewalt wird dabei als legitimes Mittel der Auseinandersetzung mit dem politischen Gegner und der Polizei angesehen. Die Polizei wird dabei als „Beschützer der Rechten" und als Teil des „staatlichen Repressionsapparats" betrachtet. Insbesondere die Ablehnung des staatlichen Gewaltmonopols durch die linksautonome Szene bei gleichzeitiger Befürwortung des Gewalteinsatzes zur Erreichung der eigenen politischen Ziele ist nicht vereinbar mit der freiheitlichen demokratischen Grundordnung.

Die Namen und Bezeichnungen von Organisationen, Bestrebungen und Tätigkeiten, bei denen zumindest gewichtige Anhaltspunkte für den Verdacht für die in § 3 Abs. 1 VSG NRW beschriebenen Merkmale vorliegen, sind zwischen den Zeichen » und « eingefasst.
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Was ist ...?

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APODie Außerparlamentarische Opposition ist die zusammenfassende Bezeichnung für politische Oppositionsbewegungen der Linken in Deutschland, die in der Zeit der "Großen Koalition" (ab 1966) im Rahmen der 1968er Bewegung entstanden. Nach Meinung der APO war die Opposition im Parlament ohne politische Bedeutung, weil allein die kleine FDP der Regierungskoalition aus CDU/CSU und SPD gegenüberstand.
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Marxismus-LeninismusWeiterentwicklung des Marxismus durch Lenin (1870-1924), der vor allem die revolutionäre Seite unterstreicht und dazu konkrete organisatorische und strukturelle Vorgaben gibt. So geht seine Lehre von der revolutionären Partei neuen Typs (Kaderpartei) davon aus, dass das Proletariat nur unter Führung einer solchen Partei den Sieg im Klassenkampf erreichen kann.
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SozialismusNach marxistisch-leninistischer Auffassung die erste (niedere) Phase des Kommunismus. Es ist die Gesellschaftsform, die nach allgemeinen Gesetzmäßigkeiten unmittelbar aus dem Kapitalismus hervorwächst. Der arabische Sozialismus erlebte seine Blütezeit in den 1960er Jahren. Ägypten und Gamal Abd al-Nasser spielte eine Vorreiterrolle in der Region und vollzog eine politische Annäherung an die Sowjetunion. Mit der arabischen Niederlage im Krieg gegen Israel von 1967 sind Nassers Ideen untergegangen.