Ermitteln der Sitzverteilung

Auf Grund des Zweitstimmenergebnisses im gesamten Wahlgebiet werden die insgesamt zu vergebenden 598 Sitze (= grundsätzliche Gesamtzahl der Abgeordneten) auf die verbundenen Landeslisten verteilt. Landeslisten derselben Partei gelten als verbunden, soweit nicht erklärt wird, dass eine oder mehrere Landeslisten von der Listenverbindung ausgeschlossen sein sollen. Verbundene Listen gelten bei der Sitzverteilung im Verhältnis zu den übrigen Listen als eine Liste.

Bei der Verteilung der Sitze auf die Landeslisten werden nur Parteien berücksichtigt, die mindestens 5 Prozent der abgegebenen gültigen Zweitstimmen oder 3 Direktmandate erhalten haben, es sei denn, es handelt sich um von Parteien nationaler Minderheiten eingereichte Listen.

Nachdem auf Grund vorstehender Verteilung feststeht, wie viele Sitze jeder Partei (verbundene Landeslisten) im gesamten Wahlgebiet zustehen, wird die Verteilung der Parteisitze auf die einzelnen Länder vorgenommen, und zwar wiederum nach dem Divisorverfahren und auf Grund des Zweitstimmenergebnisses. Darauf werden die von jeder Partei in den einzelnen Ländern gewonnenen Wahlkreissitze (Direktmandate) von den Sitzen, die ihnen in dem betreffenden Land nach o.a. Berechnung zustehen, abgezogen. Die verbleibenden Sitze sind aus den Landeslisten der Parteien in der Reihenfolge der nicht direkt gewählten Bewerberinnen und Bewerber auf der jeweiligen Landesliste zu besetzen. Zuvor sind daher auf den Landeslisten diejenigen Bewerberinnen und Bewerber zu streichen, die auch im Wahlkreis kandidiert haben und über die Erststimmenmehrheit in ihrem Wahlkreis Bundestagsabgeordnete geworden sind.

Überhangmandate fallen dann an, wenn auf eine Partei in einem Land mehr Direktsitze entfallen als ihr auf Grund der Zweitstimmen bei der Verteilung der Sitze auf die Landeslisten zustehen. Die direkt erworbenen Sitze verbleiben der Partei in jedem Falle. Die Gesamtzahl der Sitze im Deutschen Bundestag erhöht sich um die Zahl der Überhangmandate.