Räumdienst in NRW entschärfte 150 Tonnen Kampfmittel - Behrens: Mit moderner Struktur und Technik fit für Aufgaben der Zukunft

Pressemitteilungen | 26.07.2004

Innenministerium NRW

Düsseldorf, 24.07.2004

Das Innenministerium teilt mit:

Fast 60 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkrieges immer noch aktuell: Kampfmittelbeseitigung in Nordrhein-Westfalen. Rund 150 Tonnen Kampfmittel mit einem Nettoinhalt von etwa 42 Tonnen Sprengstoff wurden 2003 von den Experten geborgen. "Diese Größenordnung ist in den vergangenen Jahren annähernd gleich geblieben. Das zeigt, wie wichtig diese Aufgabe auch nach so langer Zeit noch ist - und auch noch für viele Jahre bleiben wird", betonte Innenminister Dr. Fritz Behrens heute in Düsseldorf.

"Mit einer zeitgemäßen Struktur und modernster Technik ist der Kampfmittelräumdienst in NRW für die Zukunft gut gerüstet", erklärte Behrens. Ab

1. September 2004 sind die Bezirksregierungen Düsseldorf und Arnsberg für die Kampfmittelbeseitigung jeweils im rheinischen und im westfälischen Landesteil verantwortlich. "In diesen neuen Leitstellen wird in Zukunft hochqualifiziertes Leitungspersonal mit neuester Technologie arbeiten können", kündigte der Minister an. Eine der wichtigsten Aufgaben wird es sein, das vorhandene Luftbildmaterial der Alliierten mit moderner digitaler Technik auf die heutigen Geodaten zu übertragen. "So können wir Bodeneingriffe so schonend wie möglich vornehmen", erläuterte Behrens. Für das Aufspüren von Kampfmitteln auf großen Flächen stehen in Zukunft moderne und eingriffslose Techniken zur Verfügung. Damit können die Kosten für Behörden und für Grundstückseigentümer deutlich gesenkt werden.

Der Kampfmittelräumdienst des Landes und private Firmen haben im Jahr 2003 1.156 Bomben entschärft und entfernt (im Vorjahr: 1.176). Darunter befanden sich 265 (273) mit einem Gewicht von über 50 Kilo und damit besonders großer Sprengkraft. Insgesamt wurden 68.117 Kampfmittel (77.596) geräumt, darunter 64.936 Granaten und Handgranaten (66.654), 119 Minen (150) und 1.906 (9.616) andere Sprengmittel.

2.137 Granaten, Bomben oder andere Sprengmittel wurden zufällig entdeckt (im Vorjahr 2.276). Bei diesen Zufallsfunden wurden zwei Menschen, die nicht zu den Kampfmittelräumern gehörten, verletzt. Behrens erinnerte deshalb: "Alte Munition wird im Laufe der Zeit nicht weniger gefährlich. Der Umgang damit ist nur etwas für speziell geschulte Fachkräfte." Besonders gefährdet sind zum Beispiel Kinder, Sammler von Militaria, Land- und Forstwirte sowie Tiefbaupersonal. An sie alle richtete Behrens seinen Appell: "Hände weg von Munitionsfunden!" Bei verdächtigen Funden müssen umgehend Polizei und Ordnungskräfte informiert werden.

 

Das Land zahlte im vergangenen Jahr rund 19 Millionen Euro, um Kampfmittel zu beseitigen. Davon erstattete der Bund etwa 7 Millionen Euro für die Beseitigung der ehemals reichseigenen Munition zurück. An private Firmen vergab Nordrhein-Westfalen Aufträge in Höhe von 12,7 Millionen Euro. Darüber hinaus zahlten der Bund und ehemalige Bundesbetriebe rund 9,5 Millionen Euro, um Kampfmittel auf bundeseigenem Gelände in Nordrhein-Westfalen zu entfernen.

Der vollständige Jahresbericht 2003 über die Kampfmittelbeseitigung in NRW ist im Internet unter www.im.nrw.de/sch/725.htm veröffentlicht.

 

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