Höhere Steuer soll Alcopops stoppen - Verkauf an unter 18-Jährige verboten - Jugendministerin Schäfer und Innenminister Behrens: Wichtig zum Schutz Jugendlicher vor Alkoholkonsum

Pressemitteilungen | 30.07.2004

Innenministerium NRW

Düsseldorf, 30.07.2004

Innenministerium und Ministerium für Schule, Jugend und Kinder teilen mit:

Alcopops, die Mixgetränke aus Limonade und Alkohol, dürfen nicht mehr an unter 18-Jährige verkauft werden. Dies bestimmt eine neues Bundesgesetz, das jetzt in Kraft tritt. Danach verteuert eine Sondersteuer die unter Jugendlichen sehr beliebten Cocktails. Zudem muss ein Hinweis angebracht werden, der vor dem Alkoholgehalt warnt. „Dies ist ein wichtiger und vernünftiger Schritt. Jugendliche unterschätzen die Gefahren der scheinbar harmlosen, süßen und peppig aufgemachten Getränke“, erklärte NRW-Innenminister Dr. Fritz Behrens heute (30.07.) in Düsseldorf. NRW-Jugendministerin Ute Schäfer begrüßte das Gesetz: „Alcopops können Einstieg in die Sucht sein. Mit der Sondersteuer verteuern sich die bunten Mixgetränke und machen sie für Jugendliche unattraktiver.“ Die Steuer soll bei Flaschen mit einem Inhalt von 0,275 Litern rund 84 Cent betragen; die Mehreinnahmen fließen in die Suchtprävention.

Seit Mitte der 1990er Jahre gibt es die alkoholischen Mischgetränke auf dem deutschen Markt: Alcopops, Premix oder Ready to Drink (RTD) sind die gängigsten Bezeichnungen. Durch den Zusatz von Zucker und Aromen wird der Alkoholgeschmack fast vollständig überdeckt. Mit beträchtlichem Werbeaufwand und Vermarktungsstrategien, die in erster Linie auf ein junges Publikum zugeschnitten sind, wurde der Umsatz in den letzten Jahren erheblich gesteigert. Behrens: „Sie sind ein populäres,

aber riskantes Kultgetränk.“

Ministerin Schäfer appellierte an Eltern, engagiert über die negativen Folgen des Alkoholkonsums aufzuklären. Weiter verwies sie auf die „Jugendschutz-Info“ ihres Ministeriums. Das Faltblatt informiert u.a. über gesetzliche Abgabe-Verbote und -Beschränkungen von Alkohol an Kinder und Jugendliche.

Innenminister Behrens warnte mit einem anschaulichen Beispiel: Ein 14-jähriges Mädchen von 48 kg hat einen Alkoholgehalt von 0,9 Promille im Blut, wenn es zwei Alcopops (24 Gramm Alkohol) getrunken hat. Zum Vergleich: Hat ein Erwachsener 0,5 Promille im Blut, so kann er in der Regel nicht mehr sicher Auto fahren und muss bei einer Polizeikontrolle seinen Führerschein abgeben.

 

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