30 Jahre Spezialeinheiten der nordrhein-westfälischen Polizei - Behrens: Hoch professionelle Polizisten mit modernster Ausstattung

Pressemitteilungen | 25.06.2004

Innenministerium NRW

Düsseldorf, 25.06.2004

Das Innenministerium teilt mit:

Die nordrhein-westfälischen Spezialeinheiten wurden im vergangenen Jahr in 984 Fällen zu Geiselnahmen, Entführungen, zur Aufklärung von Tötungsdelikten, zur Bekämpfung der Organisierten Kriminalität und zu Bedrohungslagen gerufen. Die NRW-Polizei verfügt in den sechs Polizeipräsidien Bielefeld, Dortmund, Düsseldorf, Essen, Köln und Münster über 660 hoch professionelle und spezialisierte Frauen und Männer zur Bewältigung schwieriger und gefährlicher Einsätze. Neben den Spezialeinsatzkommandos (SEK), Mobilen Einsatzkommandos (MEK) und den Verhandlungsgruppen (VG) gibt es auch Technische Einsatzgruppen (TEG). "Für die erfolgreiche und qualifizierte Arbeit gibt es eine sehr gute Ausbildung, ständiges Training und modernste technische Ausstattung", erklärte Innenminister Dr. Fritz Behrens am Freitag (25.06.) in Hemer-Hönnetal bei seiner Rede anlässlich des 30jährigen Bestehens der Spezialeinheiten.

Geiselnahmen, Entführungen, Erpressungen, Bedrohungen mit Waffen - das sind nur einige Aufgaben der hochtrainierten Polizisten. Der Kampf gegen den internationalen Terrorismus gilt zudem als die Herausforderung des 21. Jahrhunderts. "Ein demokratischer Rechtsstaat braucht leistungsfähige Sicherheitsbehörden, die in der Lage sind, den Inneren Frieden zu gewährleisten. Die nordrhein-westfälische Polizei und der Verfassungsschutz haben die Fähigkeit, ihren Beitrag mit Informationsaustausch und Kooperation zu leisten", meinte Behrens in seiner Rede.

„Aber da sind auch die vielen alltäglichen Bedrohungen im familiären Bereich oder im unmittelbaren sozialen Umfeld, die speziell ausgebildete Polizeibeamte erfordern“, so Minister Behrens. Derartige Konflikte führen häufig zu erheblichen Gefahren für Leib oder Leben und Freiheit von Menschen. "Diese Situationen werden ebenso trainiert, wie die Festnahme gesuchter Gewalttäter und Observationen in Ermittlungsverfahren der Schwerstkriminalität", erklärte der Minister.

In Nordrhein-Westfalen gibt es neben der zentralen Fortbildungsstelle für Spezialeinheiten in Selm das Trainingszentrum in Hemer-Hönnetal. Diese ist einzigartig in Europa und wird nicht nur von der NRW-Polizei, sondern auch von Polizisten des Bundes, anderer Länder und europäischer Partnerländer genutzt. Allein im vergangenen Jahr gab es 310 Fortbildungsveranstaltungen auf den Schießständen, dem Sprengübungsplatz, der Hindernisbahn, in und an den Übungshäusern, sowie auf dem Fahrparcours. "Eine ständige Weiterbildung ist für die anspruchsvolle Arbeit der Spezialeinheiten unerlässlich", erklärte Behrens.

Die Zahl der Bewerberinnen und Bewerber und das damit verbundene Interesse an dieser anspruchsvollen Arbeit ist hoch. Die erfahrenen Polizisten, die mindestens zwei Jahre im Wachdienst der Polizeiinspektionen oder in Kriminalkommissariaten Dienst versehen und bei Fachdienststellen hospitiert haben, werden in einem wissenschaftlichen Auswahlverfahren auf Intelligenz, Leistungsfähigkeit und -bereitschaft, soziale Kompetenz, körperliche Fitness und psychische Stabilität getestet. Nach dem Auswahlverfahren folgt eine einjährige Spezialfortbildung. Dabei werden Kenntnisse und Fertigkeiten vermittelt, die zur erfolgreichen Bekämpfung der Schwerst- und Gewaltkriminalität unbedingt erforderlich sind. "Hierzu gehören neben rechtlichen, psychologischen, soziologischen, taktischen und technischen Kenntnissen auch die intensive Auseinandersetzung mit ethischen Fragen, z.B. dem Einsatz von Schusswaffen gegen Menschen", stellte der Minister fest. Um das Interesse für diese hoch spezialisierten Teams zu wecken, setzt die Polizei auf interne Werbemaßnahmen. Der Slogan für die SEK „Wir gehen den schweren Weg, ... das Team kommt an“ gilt nach wie vor.

 

 

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